Rostocks Nahverkehr steht still: Warnstreik legt Busse und Bahnen lahm
ÖPNV-Tarifverhandlungen und Warnstreik in Rostock - Rostocks Nahverkehr steht still: Warnstreik legt Busse und Bahnen lahm
Öffentlicher Nahverkehr in Rostock steht vor massiven Einschränkungen, da die Lohnverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Arbeitgebern in eine entscheidende Phase treten. Rund 2.800 Beschäftigte in der Region sind von dem anhaltenden Streit betroffen. Ein ganztägiger Warnstreik wurde ausgerufen, der Busse, Straßenbahnen und Fähren seit den frühen Morgenstunden des Dienstags lahmlegt.
Die Gespräche wurden um 10:00 Uhr in Rostock für die vierte Runde der Tarifverhandlungen wiederaufgenommen. Verdi fordert eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden – bei vollem Lohnausgleich –, eine 30-prozentige Erhöhung der Fahrdienstzulagen sowie die volle Auszahlung der Jahresprämien. Die Arbeitgeber haben die Forderung nach einer kürzeren Arbeitswoche bereits als nicht finanzierbar zurückgewiesen.
Der Streik begann gegen 3:00 Uhr und dauert bis Schichtende an, sofern keine Einigung erzielt wird. Sämtliche Dienstleistungen der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), einschließlich Busse, Straßenbahnen und die Fährverbindung zwischen Gehlsdorf und Kabutzenhof, fallen aus. Ausgenommen sind die S-Bahn und Regionalzüge der db fahrplan, die Buslinien von Rebus sowie die Weiße Flotte zwischen Warnemünde und Hohe Düne.
Der aktuelle Konflikt folgt auf eine kürzliche Einigung in Potsdam über die Tarife für 2026, bei der für Kliniken in Rostock, Greifswald und Jena eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent über 27 Monate vereinbart wurde. Das Paket umfasste höhere Monatsgehälter, bessere Schutzregelungen für junge Beschäftigte und eine Angleichung der Arbeitsbedingungen in Ostdeutschland an westdeutsche Standards. Die Verhandlungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bleiben jedoch ungelöst – Verdi hatte zunächst eine 7-prozentige Lohnerhöhung oder mindestens 300 Euro mehr pro Monat gefordert.
Warnstreiks mit ähnlichen Forderungen, darunter höhere Schichtzulagen, gab es bereits in Berlin und Hamburg. Bundesweit sind rund 150 kommunale Verkehrsunternehmen in den anhaltenden Tarifkonflikt verwickelt.
Der Streik legt den Nahverkehr in Rostock bis auf Weiteres weitgehend lahm. Sollte es keinen Durchbruch geben, sind weitere Beeinträchtigungen wahrscheinlich. Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheiden, ob der Betrieb bald wieder normal läuft oder mit längerfristigen Ausfällen zu rechnen ist.
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