Dänemarks Apothekenreform: Mehr Abholstellen, weniger Besitzer – wie sich der Markt wandelt
Dänemarks Apothekenreform: Mehr Abholstellen, weniger Besitzer – wie sich der Markt wandelt
Dänemarks Apothekensektor durchläuft tiefgreifende Veränderungen, da Reformen auf eine stärkere Marktliberalisierung drängen. Traditionelle Apotheken sehen sich zunehmend mit Konkurrenz durch ein wachsendes Netz an Abholstellen und Verkaufsstellen für rezeptfreie Medikamente konfrontiert. Diese Entwicklung hat zu weniger Apothekenbesitzern, aber mehr Ausgabestellen für Medikamente im ganzen Land geführt.
Seit 2001 hat sich das dänische Apothekensystem von der Stärkung bestehender Apotheken hin zur Eröffnung weiterer Ausgabestellen gewandelt. Die Zahl der Filialen stieg von 76 auf 301, während die Anzahl der Apothekenbesitzer um fast ein Fünftel sank – von 220 auf 176. Apothekenleiter verwalten heute mehr Standorte: Die durchschnittliche Zahl stieg von 1,95 im Jahr 2015 auf 3,10 im Jahr 2024.
Die Einführung von Medikamentenabholstellen hat diesen Trend beschleunigt. Diese Servicepunkte mit eingeschränktem Angebot sowie Verkaufsstellen für rezeptfreie Arzneimittel (håndkøbsudsalg) übernehmen einen wachsenden Anteil der Rezeptabwicklung. Zudem sind seit 2004 Einzelhandelsketten in den Markt eingestiegen und vertreiben nicht verschreibungspflichtige Medikamente in rund 4.000 Geschäften. Bis Oktober 2025 soll die Zahl der reinen Abholstellen auf 350 steigen.
Gleichzeitig stehen Apotheken unter Druck, ihr Dienstleistungsangebot auszuweiten, während die Zahl der spontanen Notfallausgaben seit 2015 um 68 Prozent gestiegen ist. Viele Filialen werden inzwischen von Pharmazeutisch-technischen Assistenten statt von voll ausgebildeten Apothekern betrieben. Zudem muss der Sektor aufgrund früherer Übergewinne über 20 bis 30 Jahre hinweg 490 Millionen dänische Kronen (rund 66 Millionen Euro) zurückzahlen.
Die Reformen haben die Apothekenlandschaft Dänemarks grundlegend verändert: Traditionelle Apotheken verlieren an Bedeutung, während die Zahl der Ausgabestellen zunimmt. Mit mehr Standorten, aber weniger Besitzern stützt sich das System nun auf ein Gemisch aus Vollservice-Apotheken, Abholstellen und Einzelhandelsgeschäften. Die Änderungen sollen die Versorgung verbessern, bringen für den Sektor jedoch finanzielle und operative Herausforderungen mit sich.
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