Bremen wächst 2025 um 2,9 Prozent – trotz Fachkräftemangel und hoher Arbeitslosigkeit

Tim Voigt
Tim Voigt
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Eine alte Karte von Bremen, Deutschland, mit schwarzem Rand, die detaillierte Straßen, Gebäude und andere Merkmale sowie beschreibenden Text zeigt.Tim Voigt

Bremen wächst 2025 um 2,9 Prozent – trotz Fachkräftemangel und hoher Arbeitslosigkeit

Bremens Wirtschaft wächst 2025 um 2,9 Prozent – ein Lichtblick in Deutschlands Stagnation

In der ersten Jahreshälfte 2025 verzeichnete Bremen ein Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent und stach damit aus der bundesweiten Stagnation hervor. Treibende Kraft war ein kräftiger Anstieg der Industrieumsätze um 22,2 Prozent, während die Bremer Häfen gleichzeitig einen Zuwachs im Containerumschlag von 9,3 Prozent verbuchten. Dennoch bleiben Herausforderungen: Die Arbeitslosigkeit kletterte auf 11,2 Prozent, und fast die Hälfte der lokalen Unternehmen leidet unter anhaltendem Fachkräftemangel.

Während die deutsche Gesamtwirtschaft nur langsam in Fahrt kommt – die Wachstumsprognose für 2026 wurde lediglich auf magere 1,0 Prozent angehoben –, profitiert Bremen von seiner strategischen Position als Drehscheibe für Offshore-Windenergie und Wasserstoffimporte. Dies verschafft der Region langfristige Wettbewerbsvorteile in den Bereichen Energie und Logistik.

Häfen und Investitionen als Wachstumsmotoren Die Hafenwirtschaft zählt zu den wichtigsten Konjunkturtreibern: Der Containerumschlag stieg um 9,3 Prozent. Zudem fließen aus dem Bundesverteidigungsbudget 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau der Bremerhavener Hafeninfrastruktur. Auch die Privatwirtschaft zeigt großes Engagement: Maersk und EUROGATE planen eine Milliarde Euro schwere Erweiterung des North Sea Terminal Bremerhaven.

Strukturelle Probleme bremsen den Aufschwung Trotz der positiven Entwicklungen kämpft Bremen mit anhaltenden Problemen. Die Arbeitslosigkeit erreichte 11,2 Prozent, und Unternehmen klagen weiterhin über Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Die Handelskammer fordert die Abschaffung eines gescheiterten Ausbildungsfonds, während das Bildungssystem unter Druck steht. Bereits zum fünften Mal in Folge landet Bremen im Bildungsmonitor auf dem letzten Platz – jährlich verlassen über 700 junge Menschen die Schule ohne Abschluss.

Zukunft hängt von Balance zwischen Investitionen und Reformen ab Bremens Wirtschaft wächst zwar schneller als der Bundesschnitt, doch hohe Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel und bildungspolitische Defizite bleiben ungelöst. Ob die Region ihre Dynamik halten kann, wird davon abhängen, ob es gelingt, die Investitionen in Logistik und Energiewirtschaft mit Lösungen für den Arbeitsmarkt und die Ausbildungsmisere zu verbinden.

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