AfD-Umfrage zeigt tiefe Gräben vor den entscheidenden Landtagswahlen 2024

Tim Voigt
Tim Voigt
2 Min.
Eine Deutschlandkarte mit Bundesländern in rot und blau, die die Ergebnisse der Wahl 2016 zeigen, einschließlich Text mit Kandidatennamen und dem Wahldatum.Tim Voigt

Umfrage: Fast ein Drittel unterstützt AfD-Regierungsbeteiligung bei Landtagsgewinnen - AfD-Umfrage zeigt tiefe Gräben vor den entscheidenden Landtagswahlen 2024

Eine neue Umfrage offenbart tiefe Spaltungen über die mögliche Regierungsbeteiligung der rechtsextremen AfD in den Bundesländern – kurz vor den entscheidenden Landtagswahlen in diesem Jahr. Die zwischen dem 20. und 23. Februar durchgeführte Erhebung zeigt: Zwar würde ein Drittel der Deutschen die Partei in der Regierung akzeptieren, doch eine Mehrheit lehnt dies weiterhin ab.

Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem in fünf Bundesländern in den kommenden Monaten gewählt wird. Den Anfang machen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im März, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern im September.

Bei der repräsentativen Befragung von 2.315 Wahlberechtigten sprach sich ein Drittel (32 %) dafür aus, die AfD in eine Landesregierung aufzunehmen, falls sie stärkste Kraft wird. Doch 58 % lehnen eine solche Koalition kategorisch ab. Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung bei den jüngsten und ältesten Wählern: 62 % der 18- bis 29-Jährigen und 67 % der über 70-Jährigen stehen der AfD in der Regierung kritisch gegenüber. Die größte Zustimmung kommt hingegen aus der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen, wo 37 % einer Beteiligung positiv gegenüberstehen.

Auch regionale Unterschiede sind deutlich: In Westdeutschland lehnen 60 % eine AfD-Beteiligung ab, in Ostdeutschland sind es 49 %. Wirtschaftliche Faktoren tragen zu dieser Kluft bei. So liegen die Löhne im Osten weiterhin bei nur 80 % des Westniveaus, während Vermögensungleichheiten bestehen bleiben und die Inflation stärker zu spüren ist. Eine separate Forsa-Umfrage sieht die AfD in Mecklenburg-Vorpommern bereits bei 37 % – ein Zeichen für die weitverbreitete Unzufriedenheit. Historische Gräben und eine Rechtsverschiebung im Osten, wie die Autorin Jana Hensel analysiert, prägen die Einstellungen zusätzlich.

Die Umfrage fragte auch nach Alternativen zu einer AfD-geführten Regierung. Auf die Frage, ob die CDU ein Bündnis mit der Linken eingehen sollte, um die Rechtsextremen auszuschließen, stimmten 44 % zu, während 43 % dies ablehnten. Dies deutet auf eine knappe, aber bemerkenswerte Bereitschaft hin, ungewöhnliche Allianzen einzugehen, um die AfD von der Macht fernzuhalten.

Die Ergebnisse spiegeln eine zersplitterte Wählerschaft wider, während die Landtagswahlen näher rücken. Zwar würde eine bedeutende Minderheit die AfD in der Regierung dulden, doch der Widerstand bleibt in den meisten Altersgruppen und Regionen fest verankert. Die wirtschaftlichen und historischen Unterschiede zwischen Ost und West prägen weiterhin die politischen Präferenzen – und setzen die Weichen für die mit Spannung erwarteten Wahlen in den kommenden Monaten.

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