Apotheker kontert Grüne: "Warum dürfen nur Ärzte und Politiker mehr verdienen?"

Amelie Kraus
Amelie Kraus
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Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede bei Arzneimitteln im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.Amelie Kraus

Apotheker kontert Grüne: "Warum dürfen nur Ärzte und Politiker mehr verdienen?"

Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, hat die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Paula Piechotta, wegen ihrer Kritik an örtlichen Apotheken herausgefordert. In einer E-Mail forderte er Antworten auf ihre scharfe Ablehnung des Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetzes. Arslan warf ihr vor, mit ihren Äußerungen die Schwierigkeiten kleinerer, unabhängiger Apotheken in ganz Deutschland zu stark zu vereinfachen.

Im Mittelpunkt des Streits steht Piechottas Behauptung, das geplante Gesetz könnte große Apothekenketten unangemessen begünstigen – auf Kosten kleinerer Betriebe. Sie argumentierte, eine pauschale Erhöhung der Festzuschläge für die Abgabe von Medikamenten sei ungerechtfertigt, da viele umsatzstarke Apotheken bereits profitabel arbeiteten.

Arslan entgegnete, die finanziellen Belastungen für unabhängige Apotheken seien erheblich. Während Ärzte 2025 eine Gehaltserhöhung von 3,85 Prozent und 2026 von 2,8 Prozent erhielten – was insgesamt rund drei Milliarden Euro ausmache –, seien die Anpassungen für Apotheken weitaus geringer ausgefallen. Die Festzuschläge stiegen seit 2023 nur moderat von 4,71 Euro auf 5,06 Euro pro Packung, während die Ärztehonorare pro Rezept von 1,70 Euro auf 2,30 Euro angehoben wurden – beschlossen vom Gemeinsamen Bundesausschuss.

Zudem verwies Arslan auf die deutlichen Gehaltssteigerungen für Abgeordnete: 2023 um sechs Prozent, 2024 um 5,4 Prozent und 2025 um 4,2 Prozent. Im Gegensatz zu anderen Akteuren im Gesundheitswesen verfügten Apotheken weder über automatische Inflationsausgleiche noch über Kompensationen für steigende Kosten, betonte er. Dennoch leisteten sie unverzichtbare Dienste – von Not- und Nachtdiensten über persönliche Beratung bis hin zur Arzneimittelversorgung –, und das bei unternehmerischem Risiko.

Arslan plädierte für eine sachliche Debatte statt pauschaler Kritik am Berufsstand. Er fragte, warum ähnliche Gebührenerhöhungen für Ärzte oder Abgeordnete kaum auf Widerstand stießen, während die Finanzierung von Apotheken so intensiv hinterfragt werde.

Der Austausch spiegelt die wachsenden Spannungen um die Apothekenfinanzierung in Deutschland wider. Arslans Argumente zielen auf den finanziellen Druck ab, dem unabhängige Apotheken ausgesetzt seien – ohne die gleichen Absicherungen wie andere Bereiche des Gesundheitswesens. Piechottas Position hingegen zeigt die Sorge um eine gerechte Verteilung der Mittel in der Branche.

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