Daniel Kretinsky verteidigt Royal-Mail-Übernahme vor scharfer Parlamentskritik
Amelie KrausDaniel Kretinsky verteidigt Royal-Mail-Übernahme vor scharfer Parlamentskritik
Der Milliardär Daniel Kretinsky musste sich im Parlament scharfer Kritik von Abgeordneten wegen seiner Übernahme der Royal Mail stellen. Der tschechische Investor, der den Postdienst 2023 für 3,6 Milliarden Pfund erwarb, verteidigte seine Bilanz angesichts wachsender Sorgen über Verspätungen. Der Ausschussvorsitzende Liam Byrne warf ihm in der hitzigen Sitzung sogar vor, die Unwahrheit gesagt zu haben.
Kretinsky erschien vor einer parlamentarischen Anhörung, um sich zu den sinkenden Leistungszahlen der Royal Mail zu äußern. Unter seiner Führung kamen im vergangenen Jahr 220 Millionen Briefe zu spät an. Regulatorische Daten zeigen zudem, dass die Pünktlichkeit weiter nachgelassen hat: Die Zustellquote bei Standardbriefen sank von 91,9 % im Jahr 2022/23 auf 79,4 % in 2024/25, während sie bei Prioritätsbriefen von 92,2 % auf 82,9 % fiel.
Er argumentierte, kein anderer europäischer Postdienst stehe vor vergleichbaren Herausforderungen wie die Royal Mail. Als Beispiel führte er an, einen Brief für nur 1,70 Pfund von Brighton nach Schottland zu befördern, sei eine gewaltige Aufgabe. Auf Nachfrage zu seinen Motiven beteuerte er jedoch, es gehe ihm nicht um Profit, sondern um die Herausforderung selbst.
Byrne konterte scharf und bezeichnete Kretinskys Aussagen als unwahr, mit der Warnung, ihn beim nächsten Mal unter Eid zu stellen. Trotz des Drucks blieb der Milliardär, der oft als "Tschechische Sphinx" bezeichnet wird, während der gesamten Anhörung gelassen – ein Vergleich, der an die unerschütterliche Sphinx von Gizeh erinnert.
Die Anhörung unterstrich die anhaltenden Probleme der Royal Mail seit Kretinskys Übernahme. Da die Pünktlichkeitsziele kontinuierlich verfehlt werden, fordern Aufsichtsbehörden und Abgeordnete Verbesserungen. Sein nächster Auftritt vor dem Ausschuss wird voraussichtlich unter strengerer Beobachtung stehen.






