Bremens Bürgermeister gedenkt der ermordeten Sinti und Roma aus der NS-Zeit
Tim VoigtBremens Bürgermeister gedenkt der ermordeten Sinti und Roma aus der NS-Zeit
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat der von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs verfolgten Sinti und Roma gedacht. Die Ehrung fällt mit der Eröffnung einer Ausstellung über den Völkermord an ihnen in der Stadt zusammen, die ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtet.
Im März 1943 wurden mindestens 269 Sinti und Roma aus Bremen, Bremerhaven und der Region Weser-Ems in das KZ Auschwitz-Birkenau, Abschnitt B II, deportiert. Das als "Zigeunerfamilienlager" bekannte Lager beherbergte etwa 21.000 Häftlinge. Bis zum 2. August 1944 wurden die letzten 3.000 von ihnen in den Gaskammern des Krematoriums V ermordet.
Das NS-Regime verfolgte Sinti und Roma systematisch und ermordete schätzungsweise 500.000 Menschen in ganz Europa. Bundeskanzler Helmut Schmidt erkannte diesen Völkermord 1982 offiziell als solchen im Sinne des Völkerrechts an.
Heute leben in Deutschland etwa 150.000 Sinti und Roma, davon besitzen rund 70.000 die deutsche Staatsbürgerschaft. Bovenschulte dankte dem Landesverband der Sinti und Roma in Bremen und Bremerhaven für die Ausstellung in der Stadt. Er betonte, dass die Erinnerung an ihr Leid eine Mahnung gegen Rassismus und Unmenschlichkeit sei.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit und stellt sicher, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. Sie dient als Mahnmal für die begangenen Gräueltaten und unterstreicht die Bedeutung der Wahrung der Menschenrechte in der Gegenwart.






