Wie ein konservativer Thinktank Frankreichs Politik vor der Wahl 2027 prägt
Ella HuberWie ein konservativer Thinktank Frankreichs Politik vor der Wahl 2027 prägt
Das Institut de l'Espérance – ein neuer Thinktank, der Frankreichs politische Landschaft prägt
Seit seiner Gründung im Jahr 2021 beeinflusst das Institut de l'Espérance die politische Debatte in Frankreich. Hinter der Denkfabrik steht der Milliardär Vincent Bolloré, ein bekannter katholischer Konservativer. Das Institut will christliche Werte mit politischen Vorschlägen verbinden – und das vor wichtigen Wahlen, darunter die Präsidentschaftswahl 2027.
Das Institut de l'Espérance gibt sich als Fürsprecher pragmatischer Lösungen für moderne Herausforderungen, die auf christlichen und konservativen Grundsätzen basieren. Zwar setzt es sich nicht für eine Abschaffung des Abtreibungsrechts ein, fordert aber die Aufhebung von Gesetzen, die abtreibungskritische Äußerungen oder Aktivitäten einschränken. Sein Arbeitsfeld umfasst 100 politische Maßnahmen – von Migration über sozialen Wohnungsbau, öffentliche Ausgaben und Wirtschaftsförderung bis hin zur patriotischen Identität.
Die Denkfabrik ist Teil eines größeren Netzwerks konservativer und liberaler Gruppen, die mit Bolloré verbunden sind. An ihrer Spitze stehen mit Jean-Christophe Thiery, Philippe Royer und Chantal Barry überzeugte christdemokratische Persönlichkeiten. Ihr Ziel: politische Analysen, kulturelles Engagement und gläubig geprägte Perspektiven zu vereinen.
In Frankreich haben Thinktanks traditionell wenig Einfluss – besonders im rechten Lager, wo eher linksgerichtete Institute dominieren. Doch das Institut de l'Espérance entsteht zu einer Zeit des Umbruchs innerhalb der französischen Rechten, in der kulturelle Debatten an Fahrt gewinnen.
Mit seinem Fokus auf Werte und Politik könnte das Institut die Diskussionen vor der Wahl 2027 neu ausrichten. Durch die Erarbeitung konkreter Maßnahmen und die Förderung eines konservativen Diskurses will es sich eine eigenständige Rolle in der französischen Politik erarbeiten. Ob dies langfristig gelingt, hängt davon ab, wie seine Vorschläge bei Wählern und Politikern ankommen.






