27 March 2026, 10:01

Verkehrsminister lehnen Zweipersonen-Pflicht in Zügen ab – Gewerkschaften protestieren

Ein Bild mit Fotos von Menschen, Zügen und anderen Gegenständen sowie dem Titel "Der Zug, der nie hält - wie das ständige Transportsystem funktioniert."

Verkehrsminister lehnen Zweipersonen-Pflicht in Zügen ab – Gewerkschaften protestieren

Verkehrsminister der Länder lehnen Pflicht zu Zweipersonen-Besatzungen in Zügen ab

Die Verkehrsminister aller 16 Bundesländer haben Forderungen nach einer verpflichtenden Zweipersonen-Besatzung in Zügen zurückgewiesen. Die Entscheidung fiel während der Verkehrsministerkonferenz (VMK) in Lindau am 25. und 26. März 2026. Gewerkschaften hatten sich für die Regelung eingesetzt und argumentiert, sie erhöhe die Sicherheit für Zugbegleiter.

Stattdessen einigten sich die Minister darauf, dass die Personalstärke regional und bedarfsgerecht festgelegt werden soll. Die Entscheidung löste scharfe Kritik der Gewerkschaften aus, die vor zunehmender Gewalt gegen Bahnmitarbeiter warnen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte sich für die Zweipersonen-Besatzung als Sicherheitsmaßnahme eingesetzt. Ihr Vorsitzender, Martin Burkert, verurteilte die Entscheidung der Minister und erklärte, sie lasse Beschäftigte Angriffe schutzlos ausgesetzt. Er verwies auf jüngste Vorfälle, darunter einen tödlichen Übergriff auf einen Zugbegleiter, als Beleg für die bestehenden Risiken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Deutsche Bahn hat bereits neue Sicherheitsvorkehrungen als Reaktion auf solche Gewalt eingeführt. Servicekräfte tragen nun Körperkameras, und die Kontrollen von Ausweisdokumenten wurden verschärft. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte zudem an, diese Maßnahmen bis Ende April zu überprüfen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Verbesserung der Bahnhofsüberwachung.

Während die VMK die Bemühungen der Deutschen Bahn begrüßte, betonte sie, dass zusätzliche Sicherheit mit erheblichen Kosten verbunden sei. Die Konferenz machte deutlich, dass es keine bundesweiten Vorgaben zur Besetzung geben werde. Die regionalen Behörden entscheiden nun über den Personaleinsatz nach lokalem Bedarf – konkrete Alternativen der einzelnen Länder stehen jedoch noch aus.

Die Ablehnung der verpflichtenden Zweipersonen-Besatzung überlässt die Personalplanung den regionalen Verkehrsbehörden. Die Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn bleiben unter Beobachtung; weitere Gespräche sind für April vorgesehen. Die Gewerkschaften fordern weiterhin stärkere Schutzmaßnahmen, doch mit kurzfristigen Änderungen der Besatzungsrichtlinien ist nicht zu rechnen.

Quelle