TikTok-Trend "Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sektenzentren stürmen wie Videospiel-Level
Ella HuberTikTok-Trend "Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sektenzentren stürmen wie Videospiel-Level
Ein neuer TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun verbreitet sich in Deutschland. Dabei stürmen Gruppen junger Menschen Scientology-Zentren und behandeln die Gebäude wie Level in einem Videospiel. Der erste dokumentierte Versuch dieser Art fand vergangene Woche in der Scientology-Kirche an der Otto-Suhr-Allee im Berliner Bezirk Charlottenburg statt.
Ziel der Challenge ist es, so weit wie möglich in das Gebäude vorzudringen, bevor man gestoppt wird. Die Teilnehmer vergleichen die Stockwerke der Kirche mit Spielstufen und die Sicherheitskräfte mit nicht spielbaren Charakteren (NPCs). Die Berliner Bloggerin @larahertha organisierte einen solchen Versuch – mit einer Alufolie-Hut und einem Schild mit der Aufschrift „Wir kommen in Frieden“. Die Polizei griff ein und warnte sie, dass wegen Hausfriedensbruchs Anzeige erstattet werden könnte.
Der Trend hat in den USA bereits für Unruhe gesorgt, wo einige Scientology-Zweige ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft haben. In Deutschland zählt die Organisation 2024 etwa 3.600 Mitglieder. Ihr erklärtes Ziel ist es, ihre Lehren zu verbreiten und „Clears“ zu schaffen – Menschen, die ihrer Aussage nach durch ihre Methoden zur Vollkommenheit gelangt sind.
Online gewinnt der Trend weiter an Fahrt. Unter @laraherthas Beitrag wurde vorgeschlagen, als nächstes den Bundestag zu „stürmen“ – bisher gibt es jedoch keine Berichte über solche Versuche.
Die Scientology-Speedrun-Challenge hat der Berliner Niederlassung der Kirche unerwünschte Aufmerksamkeit beschert. Die Behörden reagierten mit Warnungen, während die Organisation möglicherweise ihre Sicherheitsmaßnahmen anpassen muss. Wie sich der Trend weiterentwickelt, bleibt ungewiss, während Teilnehmer ihre Versuche weiterhin online teilen.






