Thyssenkrupp-Aktie stürzt auf Rekordtief – was steckt hinter dem Crash?
Ella HuberThyssenkrupp-Aktie stürzt auf Rekordtief – was steckt hinter dem Crash?
Thyssenkrupp-Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro
Der Kurs des Industriekonzerns Thyssenkrupp ist auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro gefallen – ein Rückgang von fast 44 Prozent seit dem Höchststand im Oktober. Der starke Verfall folgt auf steigende Ölpreise, wirtschaftliche Unsicherheiten in der Eurozone und die eigenen finanziellen Probleme des Unternehmens.
Seit Oktober 2025 hat die Aktie des Industriegiganten deutlich an Wert verloren: von 11,86 Euro auf etwa 7,44 Euro im März 2026. Dieser Verlust von 37 Prozent spiegelt die allgemeinen Marktprobleme wider, darunter geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Die Ölpreise sind stark gestiegen – das OPEC-Rohöl kostet mittlerweile 143 US-Dollar pro Barrel, Brent-Öl liegt bei 113 Dollar. Die höheren Energiekosten belasten die Produktionskosten von Thyssenkrupp zusätzlich und verschärfen die finanzielle Lage des Konzerns.
Das Unternehmen kämpft zudem mit operativen Schwierigkeiten: Am französischen Standort wurde die Produktion gedrosselt, da billige Importe den Wettbewerb verschärfen. Negative Gewinnprognosen für 2026 haben das Vertrauen der Anleger weiter untergraben. Allein in den letzten 30 Tagen ist der Aktienkurs um etwa 31 Prozent eingebrochen.
Unterdessen reagiert die deutsche Regierung auf die Energiekrise. Bundeskanzler Friedrich Merz hat den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage gestellt und signalisiert damit eine mögliche Kurskorrektur in der Energiepolitik. Zudem bereiten die Behörden ein Entlastungspaket für Spritpreise vor und planen, staatliche Ölreserven freizugeben, um die Belastung für Unternehmen und Verbraucher zu verringern.
Die Thyssenkrupp-Aktie wird voraussichtlich weiter unter Druck bleiben, sofern die Ölpreise nicht sinken und sich die Lage bei den Importen nicht entspannt. Die finanzielle Zukunft des Konzerns bleibt ungewiss, da er mit höheren Kosten und einer nachlassenden Nachfrage in einem volatilen Markt zu kämpfen hat.






