Streit um Unterhaltsvorschuss: Kommunen wollen Reform für Alleinerziehende zurücknehmen
Ella HuberStreit um Unterhaltsvorschuss: Kommunen wollen Reform für Alleinerziehende zurücknehmen
Kommunale Spitzenverbände in Deutschland haben vorgeschlagen, eine Reform aus dem Jahr 2017 rückgängig zu machen, die die Unterstützung für Alleinerziehende ausgeweitet hatte. Damals wurde das Höchstalter für anspruchsberechtigte Kinder von 12 auf 18 Jahre angehoben und die sechjährige Bezugsdauer gestrichen. Seither sind die Kosten für den Unterhaltsvorschuss stark angestiegen – was nun Forderungen nach einer Kehrtwende ausgelöst hat.
Der Unterhaltsvorschuss hilft Alleinerziehenden, wenn der andere Elternteil keinen finanziellen Beitrag leistet. Die Reform von 2017 erweiterte den Zugang deutlich, doch die Kommunen argumentieren nun, das System sei nicht mehr tragbar. Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund schlagen gemeinsam vor, die Änderungen zurückzunehmen.
Gegen die geplanten Kürzungen regt sich jedoch Widerstand. Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, warnte, dass eine Reduzierung der Leistungen Hunderttausende Kinder und Alleinerziehende treffen würde. Auch Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, lehnte den Vorstoß ab und forderte eine Fortführung der Unterstützung.
Kritik kam auch von anderen politischen Akteuren. Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken, bezeichnete die geplanten Kürzungen als "eine absolute Schande". Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, sprach sich ebenfalls gegen eine Kürzung der Leistungen aus.
Hintergrund der Debatte ist eine Vervierfachung der Kosten seit der Reform 2017. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, stünde vielen alleinerziehenden Familien weniger finanzielle Hilfe zu. Der politische Widerstand deutet darauf hin, dass die Diskussion über die Zukunft des Systems weitergehen wird.






