Spritpreise explodieren: Über 2 Euro pro Liter – Droht Deutschland eine Benzin-Knappheit?
Amelie LangSpritpreise explodieren: Über 2 Euro pro Liter – Droht Deutschland eine Benzin-Knappheit?
Spritpreise in Deutschland klettern auf über 2 Euro pro Liter – Wirtschaft warnt vor Engpässen bis Ende April
Die Spritpreise in Deutschland haben aufgrund des Krieges im Nahen Osten, der die globale Ölversorgung beeinträchtigt, die Marke von 2 Euro pro Liter überschritten. Wirtschaftsministerin Katerina Reiche warnte nun vor möglichen Versorgungsengpässen bis Ende April, falls sich der Konflikt weiter hinzieht. Der jüngste Preisschub folgt einem deutlichen Anstieg der Rohölkosten, der die Spritpreise auf ein Niveau getrieben hat, wie es seit 2022 nicht mehr verzeichnet wurde.
Ausgelöst wurde die Krise am 28. Februar 2026, als eskalierende Spannungen im Iran zu einer Blockade der Straße von Hormus führten. Seither sind die Ölpreise von 81 auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen – mit der Folge, dass die Spritkosten in Deutschland stark anzogen. Bereits Anfang März kosteten sowohl Benzin als auch Diesel mehr als 2 Euro pro Liter und lagen damit deutlich über den 179,4 Cent aus dem Jahr 2024, näherten sich aber dem Rekordwert von 192,6 Cent aus dem Jahr 2022.
Die Mineralölwirtschaft wehrt sich gegen Kritik an den Preisen. Der Branchenverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. veröffentlichte eine "Realitätscheck"-Stellungnahme, um nach eigenen Angaben "Fehlwahrnehmungen" über die Spritkosten zu widerlegen. Der Verband betont, dass sich die Preise an den internationalen Märkten für Benzin und Diesel orientierten und nicht allein vom Rohölpreis abhängen. Zudem verwies er darauf, dass über 70 Prozent der deutschen Raffineriekapazitäten von Unternehmen kontrolliert werden, die kein eigenes Tankstellennetz betreiben.
Steuern und Abgaben bleiben ein zentraler Kostentreiber: Sie machen etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte der Dieselkosten aus. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil hält dagegen, der Staat verliere durch die Krise Einnahmen und profitiere nicht von ihr. Als Reaktion auf den anhaltenden Preisanstieg hat die Regierung erste Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise eingeleitet.
Doch trotz dieser Schritte steigen die Spritkosten weiter. Die Auswirkungen des Konflikts auf die globalen Lieferketten belasten Autofahrer mit hohen Kosten – eine Entlastung ist kurzfristig nicht in Sicht. Die Bundesregierung bereitet sich nun auf mögliche Kraftstoffknappheit innerhalb weniger Wochen vor, sollte sich der Nahost-Konflikt weiter verschärfen. Angesichts der weiterhin volatilen Rohölpreise und der hohen Steuerlast bleibt die Lage für Verbraucher und Unternehmen unsicher und teuer. Beamte betonen die Dringlichkeit weiterer Schritte, um die Belastung für Haushalte und Wirtschaft zu verringern.






