Spionagevorwürfe erschüttern das CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Ella HuberSpionagevorwürfe erschüttern das CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken sieht sich Vorwürfen der wissenschaftlichen Spionage zugunsten Chinas ausgesetzt. Befürchtet wird, dass Daten und Fachwissen an China weitergegeben wurden. Eine externe Untersuchung soll die Vorfälle aufklären. Das Institut galt einst als führendes Forschungszentrum im Saarland.
Erstmals aufgedeckt wurde der Fall durch eine Recherche des Handelsblatts. Demnach bestand eine Forschungsgruppe am CISPA aus 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft. Eine weitere Gruppe setzte sich ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen zusammen, von denen einige Verbindungen zur Rüstungsindustrie Chinas aufwiesen.
Als Reaktion ordnete Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger eine unabhängige Prüfung an. Der Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, was er selbst unterstützte. Er begrüßte zudem die Sonderprüfung.
Das CISPA trat 2019 der Helmholtz-Gemeinschaft bei. Trotz des Skandals bleiben die Pläne für einen Neubau im Wert von 350 Millionen Euro bestehen.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen mögliche Abflüsse von Daten und Know-how nach China. Die externe Überprüfung soll die Anschuldigungen klären. Das Ergebnis könnte Auswirkungen auf den Ruf des CISPA und seine künftigen Projekte haben.
