Sachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Amelie LangSachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Schulen in Sachsen-Anhalt haben Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an Praktika bei der Landtagsfraktion der AfD untersagt. Betroffen ist in diesem Jahr der bundesweite Girls' und Boys' Day, eine Veranstaltung zur Berufsorientierung. Über 20 Jugendliche hatten sich für Plätze im Team der Partei im Landtag beworben.
Bildungsminister Jan Riedel verteidigte das Verbot mit dem Hinweis, Schulen müssten demokratische Werte schützen. Er verwies auf die Einstufung der AfD als rechtsextreme Organisation durch die Sicherheitsbehörden. Zudem kritisierte Riedel Teile der Parteiprogramme als undemokratisch und menschenverachtend.
Der AfD-Landesvorsitzende Ulrich Siegmund lehnte die Entscheidung ab. Er argumentierte, die Fraktion agiere unabhängig von der Partei und bezeichnete den Schritt als politisch motiviert. Die AfD warf den Verantwortlichen vor, ihre Mitglieder unfair zu benachteiligen, während Praktika bei anderen politischen Gruppen weiterhin möglich seien.
Riedel betonte, eine Zusammenarbeit mit der AfD sei für Schülerinnen und Schüler unangemessen. Es gelte, junge Menschen während schulischer Aktivitäten vor extremistischen Einflüssen zu bewahren.
Das Verbot bedeutet, dass in diesem Jahr keine Jugendlichen ein Praktikum bei der AfD absolvieren werden. Der Streit verdeutlicht die anhaltenden Spannungen um den Umgang mit der Partei in öffentlichen Einrichtungen. Die Schulen in Sachsen-Anhalt werden die Bewerberinnen und Bewerber nun auf alternative Praktikumsplätze verweisen.






