Roboterküchen-Hersteller kämpft trotz KI-Innovation um finanzielle Rettung
Tim VoigtRoboterküchen-Hersteller kämpft trotz KI-Innovation um finanzielle Rettung
Ein Hersteller von Roboterküchen kämpft trotz ehrgeiziger Wachstumspläne mit finanziellen Schwierigkeiten. Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit Januar um mehr als 53 Prozent eingebrochen und bewegt sich in der Nähe seines Jahrestiefs. Gleichzeitig treibt die Unternehmensführung neue Finanzierungsrunden und Partnerschaften voran, um die Wende zu schaffen.
Das Unternehmen startete kürzlich ein Programm für American Depositary Receipts (ADRs), um seine Sichtbarkeit auf dem US-Markt zu erhöhen. Mit diesem Schritt will man internationale Investoren gewinnen, während der Aktienwert stark unter Druck gerät. Parallel sicherte sich das Unternehmen über eine Mini-Anleihe 1,67 Millionen Euro, um die Produktion seines KI-gesteuerten Roboters CA-1 zu finanzieren.
Die Fertigung läuft bereits an: Der Auftragsfertiger Celestica stellt Kapazitäten für eine vierstellige Stückzahl bereit. Das Unternehmen gibt an, theoretisch einen Auftragsbestand im Wert von 1,6 Milliarden Euro zu haben – tatsächlich ausgelieferte Einheiten sind jedoch noch rar. Bisher erreichten nur erste Lieferungen Kunden wie den REWE-Supermarkt und Mercedes-Benz; mit einer dreistelligen Produktionszahl wird erst 2026 gerechnet.
Um den Absatz zu beschleunigen, ging das Unternehmen eine Kooperation mit MMV Leasing ein, die es Gastronomiebetrieben ermöglicht, die Roboter zu leasen statt sie zu kaufen. Zudem strukturiert die Führung die Finanzierung um, um aus einer Pipeline von 8.000 Einheiten verbindliche Bestellungen zu generieren. Über den kommerziellen Einsatz hinaus testet die Bundeswehr die autonomen Kochsysteme für die Verpflegung in militärischen Einrichtungen.
Trotz dieser Maßnahmen bleiben die finanziellen Aussichten düster: Für 2025 erwartet das Unternehmen einen operativen Verlust von 15 Millionen Euro bei einem Umsatz von gerade einmal 250.000 Euro. Pilotprojekte – darunter ein Test mit REWE und eine geplante Installation bei Mercedes-Benz – laufen weiter, während das Unternehmen seine Technologie unter Realbedingungen beweisen muss.
Die Zukunft des Herstellers hängt davon ab, ob es gelingt, den behaupteten Auftragsbestand in tatsächliche Verkäufe umzuwandeln und gleichzeitig die finanzielle Belastung zu stemmen. Mit Aktien nahe dem 52-Wochen-Tief und hohen Verlusten in der Prognose könnten Erfolg bei Leasinggeschäften und Militärtests darüber entscheiden, ob sich das Unternehmen stabilisiert. Bis dahin bleibt die Produktion überschaubar – eine Großserienfertigung ist noch Jahre entfernt.






