Philologenverband warnt: Sondervermögen vernachlässigt marode Schulen auf Kosten der Zukunft
Amelie KrausPhilologenverband warnt: Sondervermögen vernachlässigt marode Schulen auf Kosten der Zukunft
Deutscher Philologenverband kritisiert Verwendung des Sondervermögens für Bildung
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur- und Klimaprojekte scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands fließe zu wenig Geld in die Sanierung von Schulen – trotz dringend notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen. Die Organisation warnt, dass künftige Generationen die Schuldenlast tragen müssten, ohne heute bessere Lernbedingungen vorzufinden.
Der DPhV hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Schulmodernisierungen und -sanierungen bereitzustellen. Doch wie viel tatsächlich seit 2025 in den Bildungsbereich geflossen ist, bleibt unklar. Während einige Regionen wie Freital für 2026 über 31 Millionen Euro für Schulen einplanen, fehlen in anderen Bundesländern, etwa Bayern, konkrete Angaben zur Verwendung der Mittel aus diesem Topf in ihren Berichten.
Laut Artikel 143h des Grundgesetzes darf das Sondervermögen nur für zusätzliche Investitionen genutzt werden. Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) und des ifo Instituts zeigen jedoch, dass ein Großteil der 2025 aufgenommenen Kredite lediglich bestehende Ausgaben ersetzte – statt neue Projekte zu finanzieren. Die Bundesvorsitzende des DPhV, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, betonte, dass die Schüler:innen diese Schulden später zurückzahlen müssten, ohne spürbare Verbesserungen an ihren Schulen zu erleben.
Auch der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro für die digitale Bildung bereitstellt, deckt nur einen Teil des Bedarfs ab und weist strukturelle Schwächen auf. Gleichzeitig schätzt die KfW, dass Kommunen allein bei Schulgebäuden mit 67,8 Milliarden Euro an Investitionsstau konfrontiert sind. Der DPhV fordert nun einen geschlossenen Auftritt der Bundesländer, um sicherzustellen, dass das Sondervermögen direkt in Schulbauten, Ausstattung und digitale Modernisierung fließt.
Die Kritik des Verbands kommt zu einem Zeitpunkt, an dem unklar bleibt, wie viel des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens tatsächlich den Schulen zugutekam. Angesichts des Milliardenbedarfs für Sanierungen und Modernisierungen pocht der DPhV auf verbindliche Zuweisungen für den Bildungsbereich. Ohne gezielte Investitionen, so die Argumentation, würden kommende Generationen Schulden erben – aber keine besseren Bildungseinrichtungen vorfinden.






