Neuer Prozess könnte Julian-Reichelt-Skandal 2026 endgültig aufklären
Neue juristische Auseinandersetzungen könnten den Julian-Reichelt-Skandal nach Jahren ungelöster Fragen wieder aufrollen. Der ehemalige Bild-Chefredakteur, der 2021 nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs den Axel-Springer-Verlag verließ, steht erneut im Zentrum einer Kontroverse. Ein Gerichtsverfahren im Jahr 2026 könnte endlich Klarheit über die langjährigen Vorwürfe zu seinem Verhalten gegenüber Kolleginnen bringen.
Der Skandal erhielt erstmals größere öffentliche Aufmerksamkeit im Februar 2023, als das ARD-Magazin Reschke Fernsehen einen Bericht ausstrahlte, der nahelegte, dass der Machtmissbrauch bei Bild schwerwiegender war als zunächst angenommen. Die Sendung enthielt Vorwürfe, Reichelt habe Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt. Kurz darauf erwirkte er eine einstweilige Verfügung, die die ARD zwang, zentrale Passagen des Beitrags zu schwärzen. Der vollständige Bericht ist in der ARD-Mediathek nicht mehr abrufbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist.
Reichelt bestreitet seit jeher jegliches Fehlverhalten. Er behauptet, die Anschuldigungen seien Teil einer politischen Kampagne gegen ihn, und zeigte bisher keine öffentliche Selbstreflexion. Unterdessen warf eine Untersuchung des Stern später Zweifel an der Glaubwürdigkeit einer Frau auf, die zuvor in einem außergerichtlichen Vergleich mit Axel Springer eine Einigung erzielt hatte.
Nun bringt der NDR den Fall vor Gericht, um die zensierten Teile seiner Berichterstattung wiederherzustellen. Zeuginnen, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt, sollen aussagen. Der Prozess, der für den Frühling 2026 angesetzt ist, könnte endlich offene Fragen klären – etwa, wie viele Affären er mit Untergebenen hatte und ob es zu Nötigungen kam.
Das anstehende Verfahren markiert das vorläufige letzte Kapitel in einem jahrelangen Streit um Reicheltes Verhalten. Sollte das zensierte Material wieder zugänglich gemacht werden, könnte dies klarere Antworten über das Ausmaß des mutmaßlichen Fehlverhaltens liefern. Das Ergebnis könnte auch beeinflussen, wie Medienhäuser künftig mit ähnlichen Fällen umgehen.






