Mainz muss Haushaltspläne drastisch kürzen – ADD stoppt Milliardenschulden
Tim VoigtMainz muss Haushaltspläne drastisch kürzen – ADD stoppt Milliardenschulden
Die Haushaltspläne von Mainz sind von der Aufsichtsbehörde ADD scharf kritisiert worden. Ursprünglich hatte die Stadt Investitionen in Höhe von 306 Millionen Euro vorgesehen – nun wurde diese Summe auf nur noch 75 Millionen Euro zusammengestrichen. Beamte bezeichneten den ursprünglichen Haushaltsentwurf als "inakzeptabel überzogen" und warnten vor wachsenden Schuldenrisiken.
Die ADD griff ein, nachdem sie die Finanzprognosen von Mainz geprüft hatte, und stufte diese als "völlig unrealistisch" ein – angesichts der aktuellen Personaldecke und des fortgeschrittenen Planungsstands. In einem scharf formulierten Schreiben verurteilte die Behörde die "kaum zu rechtfertigenden Neuverschuldungen" und wies die langfristigen Kreditplanungen der Stadt rundweg zurück. Allein bis 2026 hatte Mainz frische Schulden in Höhe von 395,4 Millionen Euro eingeplant; die Gesamtverschuldung sollte bis 2029 auf 1,1 Milliarden Euro anwachsen.
Trotz der Kürzungen billigte die ADD einen gekürzten Haushalt, um eine vollständige Ablehnung durch das Landesinnenministerium zu vermeiden. Laut Berichten wollte man so Instabilitäten in der Kommunalverwaltung vor den anstehenden Landtagswahlen verhindern. Die Mainzer Stadtspitze wertete die Genehmigung hingegen als Fortschritt bei ihren Bemühungen, die Finanzen zu konsolidieren.
Die ADD fordert nun deutlich strengere Haushaltsdisziplin von der Stadt. Künftige Planungen müssten "weitaus realistischere" Annahmen zugrunde legen, so die Kontrollbehörde. Mainz bleibt unterdessen Gründungsmitglied des Bündnisses "Für die Würde unserer Städte", das 32 Milliarden Euro Entlastung für finanziell kämpfende Kommunen fordert. Auf lokaler Ebene hat auch die Kenia-Koalition "grundlegende Reformen" von Bund und Ländern angemahnt, um die finanzielle Belastung der Städte und Gemeinden zu verringern.
Der bewilligte Haushalt begrenzt die Investitionen Mainz' nun auf 75 Millionen Euro – ein Bruchteil des ursprünglichen Plans. Die Neuverschuldung wurde eingedämmt, und die Stadt muss künftig vorsichtigere Finanzprognosen vorlegen. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Kommunen und Aufsichtsbehörden bei der Kontrolle von Schulden und Ausgaben.






