Lörrach übernimmt Stromnetz zurück – 11 Millionen für Energiewende und lokale Kontrolle
Amelie LangLörrach übernimmt Stromnetz zurück – 11 Millionen für Energiewende und lokale Kontrolle
Lörrach kündigt radikale Wende in der Energiestrategie an, um die Kontrolle über das städtische Stromnetz zurückzugewinnen
Die Stadt Lörrach hat am Donnerstag, dem 6. Mai 2026, einen grundlegenden Kurswechsel in ihrer Energiepolitik bekannt gegeben. Mit der Neuausrichtung sollen Transparenz, Investitionsplanung und die lokale Wirtschaftsförderung gestärkt werden. Im Rahmen des Vorhabens fließen über 11 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur am Standort Wiesenweg.
Um den Netzbetrieb zu steuern, gründet die Stadt das neue Unternehmen Stadtnetze Lörrach GmbH & Co. KG. Die Stadtwerke Lörrach halten dabei 51 Prozent der Anteile, während badenovaNETZE mit 49 Prozent beteiligt bleibt. Diese Partnerschaft sichert der Kommune die Mehrheit der Entscheidungsgewalt, bewahrt gleichzeitig aber technisches und regulatorisches Know-how.
Durch die Rekommunalisierung des Netzes erhält Lörrach mehr Einfluss auf Infrastrukturentscheidungen. Die Verantwortlichen erwarten detailliertere Einblicke in den Zustand des Netzes, was präzisere Investitionen und eine höhere Versorgungssicherheit ermöglichen soll. Zudem verspricht sich die Stadt finanzielle Vorteile: Erlöse aus dem Netzbetrieb sowie zusätzliche Gewerbesteuern verbleiben in der Region.
Doch nicht nur wirtschaftliche Aspekte stehen im Fokus – die Strategie fördert auch eine nachhaltige Stadtentwicklung. Der ausgebauten Standort Wiesenweg kommt eine Schlüsselrolle zu: Er treibt die Modernisierung des Netzes voran und beschleunigt die lokale Energiewende.
Der Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Energieautonomie in Lörrach. Mit den geplanten Investitionen in Höhe von 11 Millionen Euro und der neu geschaffenen Unternehmensstruktur will die Stadt ihr Netz zukunftsfest machen und gleichzeitig wirtschaftliche wie ökologische Fortschritte erzielen. Der Erfolg des Vorhabens hängt dabei von einer engen Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Führung und den technischen Partnern ab.






