02 May 2026, 00:07

Historischer Wandel: FAZ holt erstmals eine Frau in die Verlegerleitung

Schwarze und wei├če Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt mit 'Weitpreubliche Zeitung', zeigt eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht feiernd.

Historischer Wandel: FAZ holt erstmals eine Frau in die Verlegerleitung

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat in ihrer langen Geschichte erstmals eine Frau in die Verlegerleitung berufen. Helene Bubrowski wird am 1. Januar 2027 in den Herausgeberrat eintreten – ein bedeutender Wandel für die einst streng konservative Zeitung. Ihre Berufung spiegelt eine breitere Neuausrichtung des Blattes wider, die sich in den vergangenen zehn Jahren vollzogen hat.

Die FAZ galt lange als konservative, bürgerliche Säule des deutschen Journalismus. Doch seit dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 hat sich die Zeitung schrittweise in Richtung gemäßigter Linkspositionen bewegt und steht heute den Grünen und der SPD näher. Bubrowskis Ernennung setzt diese Entwicklung fort.

Seit 2013 arbeitet sie als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin für die FAZ. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf Rechtspolitik und die Grünen – Themen, die mit der veränderten Haltung der Zeitung verbunden sind. 2025 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für einen Essay, in dem sie die Deutschen zu mehr Optimismus aufrief.

Der Herausgeberrat besteht aus vier Verlegern, die sich Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse teilen. Bubrowski wird als fünftes Mitglied neben Jürgen Kaube, Carsten Knop und einem weiteren, noch nicht namentlich genannten Mitverleger eintreten. Gemeinsam mit Knop gilt sie als Modernisiererin, die das traditionelle Profil der Zeitung prägt. Drei der vier aktuellen Verleger stehen nun für diese neue Ausrichtung.

Dass mit Bubrowski erstmals eine Frau in den Rat einzieht, markiert einen deutlichen Bruch mit der konservativen Vergangenheit der FAZ. Ihr Hintergrund in der Berichterstattung über die Grünen und ihre preisgekrönte Kommentartätigkeit passen zur allmählichen Hinwendung der Zeitung zu linksliberalen Positionen. Dieser Wandel vollzieht sich zwar seit Jahren – doch mit ihrer Berufung wird er nun offiziell besiegelt.

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