31 March 2026, 10:03

Hettich verschiebt Lohnerhöhung – Mitarbeiter stimmen trotz Einbußen zu

Plakat mit Text, der finanzielle Unterstützung oder Einberufung während einer Krise fordert, mit einer Skizze auf der linken Seite.

Hettich verschiebt Lohnerhöhung – Mitarbeiter stimmen trotz Einbußen zu

Hettich verschiebt geplante Lohnerhöhung um ein Jahr

Der Möbelbeschlaghersteller Hettich mit Sitz in Kirchlengern hat eine geplante Lohnerhöhung für seine Mitarbeiter verschoben. Die um 3,1 Prozent vorgesehene Gehaltserhöhung, die ursprünglich zum 1. April in Kraft treten sollte, wird nun erst ein Jahr später umgesetzt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit finanziellen Schwierigkeiten und erwartet dadurch Einsparungen in Millionenhöhe.

Durch die verschobene Erhöhung wären viele Beschäftigte jährlich über 1.000 Euro mehr verdient. Mehr als 90 Prozent der Belegschaft stimmten trotzdem für die Verschiebung – trotz der persönlichen finanziellen Einbußen.

Die Entscheidung stößt bei der Gewerkschaft IG Metall, die viele der Mitarbeiter vertritt, auf Kritik. Gewerkschaftsvertreter werfen Hettich vor, unzulässigen Druck auf die Belegschaft ausgeübt zu haben, um die Zustimmung zur Verschiebung zu erzwingen.

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Branche leidet unter schwacher Preisentwicklung Die deutsche Möbelzuliefererbranche kämpft seit drei Jahren mit stagnierenden Preisen. Daten zeigen kaum Wachstum: Die Preise für Haushaltsmöbel und -ausstattungen stiegen im März 2026 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,1 Prozent. Zusätzliche Belastungen durch hohe Energiekosten und Inflation verschärfen die Lage. Allein die Energiepreise kletterten um 10,3 Prozent, Mineralölprodukte sogar um 27,5 Prozent – bedingt durch geopolitische Spannungen. Seit 2020 sind die Verbraucherpreise insgesamt um etwa 20,8 Prozent gestiegen.

Der Lohnstopp bleibt vorerst bis mindestens April 2025 bestehen. Die Beschäftigten verzichten damit ein weiteres Jahr auf höhere Einkommen, während Hettich seine Finanzen stabilisieren will. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der deutschen Möbelzuliefererbranche, wo schwaches Wachstum und steigende Kosten die Unternehmen weiter unter Druck setzen.

Quelle