20 June 2026, 14:00

Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht wegen Geldmangel zusammenzubrechen

Finanzielle Engpässe und Gegenwinde

Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht wegen Geldmangel zusammenzubrechen

Hamburgs einziges Fachnetzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit steht vor dem Kollaps. Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH) droht wegen chronischer Unterfinanzierung geschlossen zu werden. Ohne sofortiges Handeln könnten seine Projekte und Einrichtungen bis Ende Juni verloren gehen.

Der VKJH betreibt 17 Einrichtungen und 27 Projekte in ganz Hamburg, darunter Abenteuerspielplätze, Jugendclubs und Familienberatungsstellen. Die Organisation beschäftigt 90 Festangestellte und 150 freiberufliche Mitarbeiter:innen, doch die Zentrale erhielt noch nie ausreichend Mittel, um die grundlegenden Verwaltungskosten zu decken.

Besonders bedroht ist die OHA! Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte. Seit ihrer Gründung 2017 bearbeitet sie jährlich rund 300 Beratungsanfragen mit einem Team aus drei Sozialpädagog:innen und 25 Ehrenamtlichen. Die Stadt plant nun, die Trägerschaft umzuwidmen und die Stelle mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen – begründet mit Förderrichtlinien.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat schwere Bedenken angemeldet. Es warnt, dass eine Neuausschreibung des Ombudsvertrags fünf Jahre spezialisierte Arbeit zunichtemachen könnte. Um zu überleben, benötigt der VKJH jährlich zusätzliche 120.000 Euro für eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle.

Falls bis Ende Juni keine Finanzlösung gefunden wird, erwägt der Verband, seine Aktivitäten auf die Bezirke zu verlagern. Der Verlust der Ombudsstelle und weiterer Angebote würde eine erhebliche Lücke im Hamburger Jugendhilfenetz hinterlassen. Die Zukunft der Organisation hängt nun von einer stabilen finanziellen Absicherung ab.

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