Glasfaserausbau in Deutschland boomt – doch Regulierung spaltet die Branche
Amelie KrausGlasfaserausbau in Deutschland boomt – doch Regulierung spaltet die Branche
Deutschlands Glasfaserausbau wächst rasant – mit fast 300 Anbietern, die neue Netze aufbauen
Der deutsche Glasfasermarkt expandiert schnell: Fast 300 Betreiber treiben derzeit den Ausbau neuer Netze voran. Ein zentraler Treiber dieses Wachstums ist der Open-Access-Ansatz, der es mehreren Anbietern ermöglicht, gemeinsame Infrastruktur zu nutzen. Doch während die Branche sich weiterentwickelt, werden die Debatten über Regulierung und Investitionsrisiken immer hitziger.
Open Access verändert die Spielregeln Die zunehmende Öffnung der Glasfasernetze führt zu neuen Kooperationen: Deutsche GigaNetz arbeitet nun mit dem schwedischen Internetdiensteanbieter Bahnhof und Westconnect zusammen, um die Vernetzung zu stärken. Gleichzeitig wird Plusnet seine Dienste über die Netze von OXG anbieten – ein weiterer Schritt, der den Wettbewerb belebt.
Um die Kompatibilität verschiedener Glasfasersysteme zu gewährleisten, wurde die standardisierte Schnittstelle S/PRI eingeführt. Damit sollen Verbindungen zwischen den Anbietern vereinfacht und die Zuverlässigkeit der Dienste gesteigert werden.
Kunden fordern mehr Auswahl Die Nachfrage nach Anbietervielfalt steigt: Wie Frank Rosenberger von 1&1 Versatel betont, erwarten mittlerweile 83 Prozent der Kunden Alternativen zu einem einzigen Anbieter. Steven Blount von EWE Tel argumentiert, Open Access sei entscheidend, um die Netzauslastung zu maximieren und Leerstände in der Infrastruktur zu vermeiden.
Doch nicht alle befürworten strengere Vorschriften: Robin Weiand von Westconnect warnt, zu viel Regulierung könnte Investitionen in neue Glasfaserprojekte abwürgen. Daniela Brönstrup von der Bundesnetzagentur (BNetzA) hält dagegen: Wo Open Access nicht funktioniere, brauche es stärkere Aufsicht.
Neustadt am Rübenberge öffnet Netz – aber erst 2030/31 In einer separaten Entwicklung kündigten die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge an, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Drittanbieter zu öffnen. Der verzögerte Zeitplan zeigt, wie schwierig es ist, Offenheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit unter einen Hut zu bringen.
Fazit: Open Access beschleunigt den Ausbau – aber die Regulierungsdebatte bleibt umstritten Während Partnerschaften und technische Standards die Zusammenarbeit verbessern, wächst der Druck durch Kunden, die mehr Auswahl verlangen. Die Anbieter müssen ihre Strategien anpassen – doch die Frage, wie viel Regulierung nötig ist, bleibt umstritten.






