31 March 2026, 06:02

GDL-Chef Reißen nennt Deutsche Bahn eine "Geldwäschemaschine" und fordert radikale Reformen

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GDL-Chef Reißen nennt Deutsche Bahn eine "Geldwäschemaschine" und fordert radikale Reformen

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre undurchsichtigen und übermäßig komplexen Finanzgeschäfte kritisiert. Das Unternehmen bezeichnete er als "Geldwäschemaschine" und verwies dabei auf eine überbordende Anzahl von Tochtergesellschaften sowie fragwürdige interne Abrechnungspraktiken. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der DB-Vorstandschefin Evelyn Palla umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen vorantreibt.

Reißen richtete seinen Vorwurf insbesondere gegen das Finanzmanagement der Bahn und warf dem Aufsichtsrat vor, von Anfang an unqualifizierte Führungskräfte eingesetzt zu haben. Besonders kritisierte er die Berufung von Karin Dohm zur Finanzchefin, der er die nötige Fachkompetenz absprach. Gleichzeitig lobte er Pallas jüngste Entscheidung, Dohm – ebenso wie Sigrid Nikutta, die Chefin von DB Cargo – zu entlassen, und bezeichnete dies als notwendigen Schritt für eine bessere Unternehmensführung.

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Der Gewerkschaftschef thematisierte zudem das weitverzweigte Netz an DB-Tochtergesellschaften, deren Zahl einst über 1.000 lag und aktuell bei etwa 142 bis 148 liegt. Zwar gibt es keine genauen Angaben zu jüngeren Veränderungen, doch 2024 entstand mit der DB InfraGO AG eine bedeutende neue Einheit durch die Fusion von DB Netz AG und DB Station&Service AG. Diese Umstrukturierung betrifft vor allem die Schieneninfrastruktur, also Netze und Bahnhöfe. Andere Bereiche, wie die Mobilitätsplattform ioki GmbH, sind weniger dokumentiert, obwohl deren Verkauf für 2026 geplant ist.

Reißen schlug vor, die oberste Führungsebene um die Hälfte zu verkleinern und die Unternehmenssteuerung zu straffen, um die Produktivität zu steigern. Er forderte Palla auf, stärker selbst die Initiative zu ergreifen und gleichzeitig mehr Verantwortung zu delegieren. Seine Aussagen spiegeln die anhaltende Skepsis gegenüber Effizienz und Transparenz bei der Bahn wider – besonders vor dem Hintergrund der laufenden Reformbemühungen.

Die Kritik Reißens unterstreicht die seit Langem bestehenden Probleme mit den finanziellen und operativen Strukturen der DB. Seine Unterstützung für Pallas Personalentscheidungen deutet auf eine Forderung nach mehr Verantwortlichkeit im Konzern hin. Nun wird sich zeigen müssen, ob die weiteren Umstrukturierungen die Ineffizienzen beseitigen und die Leistung des Unternehmens nachhaltig verbessern können.

Quelle