EU-Methanverordnung: Warum Ausnahmen in der Krise die Klimaziele gefährden
Tim VoigtEU-Methanverordnung: Warum Ausnahmen in der Krise die Klimaziele gefährden
EU-Methanverordnung unter Druck: Ausnahmen in Versorgungsengpässen geplant
Die im August 2024 eingeführte Methanverordnung der EU steht vor Forderungen nach Ausnahmeregelungen für Unternehmen in Lieferkrisen. Ursprünglich als strenges Instrument zur Reduzierung von Emissionen konzipiert, scheint die Verordnung nun unter politischem und wirtschaftlichem Einfluss nachzugeben. Kritiker werfen der EU vor, damit ihre Klimaziele zu verwässern und gleichzeitig den Handel mit den USA zu erleichtern.
Die Regelung sah ursprünglich vor, dass Konzerne Methanlecks entlang ihrer gesamten Lieferketten messen und reduzieren müssen. US-Unternehmen mussten diese Standards erfüllen, um Gas in Europa verkaufen zu dürfen. Verstöße sollten mit Bußgeldern, Gewinnabschöpfungen und öffentlichen Warnungen geahndet werden.
Doch die Gaslobby, darunter Verbände wie Eurogas, setzte sich für Lockerungen ein. Die Europäische Kommission erarbeitete daraufhin ein Arbeitspapier, das mögliche Anpassungen skizziert. Demnach würden Sanktionen erst greifen, sobald sich eine Krise stabilisiert hat – ohne klare Definition, was als Krise gilt oder wie lange Ausnahmen gelten könnten. Zudem sollen Behörden prüfen, ob Strafen die Versorgung gefährden, bevor sie verhängt werden.
Der Kurswechsel folgt Warnungen der deutschen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die die Verordnung als Risiko für die Gasversorgung bezeichnete. Bereits unter der Trump-Administration hatten die USA gefordert, die Regeln abzuschwächen oder ganz fallen zu lassen. Die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus kritisierte die Änderungen scharf als „katastrophales Signal“ und Reaktion auf US-Druck.
Die überarbeitete Fassung verschiebt die Durchsetzung von Methanreduktionen auf die Zeit nach einer Krise. Unternehmen müssen zwar langfristig die Vorgaben einhalten, doch unmittelbare Strafen entfallen vorerst. Die Anpassungen spiegeln den Spagat zwischen Energiesicherheit und Umweltstandards wider.






