05 April 2026, 04:01

Ein Marathon für die Rettung: Wie E. Spenden für Sea-Watch läuft

Plakat für die Olympischen Spiele 1932 in Berlin, das zwei Läufer im Vordergrund zeigt.

Ein Marathon für die Rettung: Wie E. Spenden für Sea-Watch läuft

An einem kalten Berliner Morgen macht sich E. auf der Flughafenstraße für ihren sechsten Berlin-Halbmarathon warm. Sie läuft nicht nur wegen der sportlichen Herausforderung, sondern auch, um Spenden für Sea-Watch zu sammeln – eine Organisation, die sich der Rettung von Geflüchteten auf See widmet. Um sie herum vibriert die Stadt vor Energie, während Freunde und Unterstützer sich bereitmachen, sie anzufeuern.

Der Lauf ist für E. eine jährliche Tradition geworden. Sie reist nach Berlin nicht nur für den Wettkampf, sondern auch für das Wiedersehen mit Freunden. In der Nähe schlendert der Autor die Reuterstraße entlang, Musik in den Ohren, während andere sich darauf vorbereiten, ihren Einsatz später am Tag zu feiern. E. fällt in ihrer dünnen roten Jacke auf – ein Geschenk des Autors, das sie vor dem Start warmhalten soll. Trotz der Kälte bewegt sie sich mit Entschlossenheit, ihr Körper ist nach Jahren des Trainings mit der Routine vertraut. Die Strecke ist anspruchsvoll, doch sie gibt nicht auf, müde und doch mit genug Kraft für einen weiteren Lauf.

Nach dem Ziel wird E. wie jedes Jahr mit ihren Freunden ein vertrautes Ritual zelebrieren. Manchmal picknicken sie auf dem Tempelhofer Feld, manchmal treffen sie sich bei ihr zu Hause. Dort kochen sie für sie, massieren ihre schmerzenden Beine und hören zu, wie sie vom Rennen erzählt – von den Kämpfen, den Triumphen und den Momenten, die alles lohnenswert gemacht haben.

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Im Hintergrund läuft oft Musik – der Soundtrack ihres Wiedersehens. Vielleicht ertönt Björks Stimme aus einem Video über das Berghain oder Rosalías Zeilen "Mein Zorn ist ihr Zorn, ihre Liebe ist meine Liebe, ihr Blut ist mein Blut" füllen den Raum. Diese Lieder sind, wie der Marathon selbst, zu einem Teil der Tradition geworden.

Für E. ist der Lauf mehr als nur ein Wettkampf. Es ist eine Gelegenheit, sich wieder zu verbinden, etwas zurückzugeben und ihre Grenzen erneut auszuloten. Die Spenden fließen an Sea-Watch, auch wenn unklar bleibt, wie lange private Läufer:innen die Organisation unterstützen oder welche konkreten Projekte davon profitieren.

Am Ende des Tages wird E. 21 Kilometer gelaufen sein, Geschichten mit Freund:innen geteilt und einen Beitrag für eine Sache geleistet haben, die ihr am Herzen liegt. Die rote Jacke, die Musik und die Mahlzeiten nach dem Rennen sind kleine, aber bedeutungsvolle Bestandteile des Rituals. Nächstes Jahr wird sie wohl wiederkommen – bereit, erneut zu laufen. Für die Herausforderung, für ihre Freund:innen und für diejenigen, die Hilfe brauchen.

Quelle