Deutsche tanken in Polen: Warum die Grenzübergänge überlastet sind
Deutsche Autofahrer strömen derzeit in Scharen nach Polen, um dort günstiger zu tanken. Der Ansturm folgt auf die Einführung neuer Preisobergrenzen durch die polnische Regierung, die Kraftstoffe deutlich billiger macht als in Deutschland. An den Grenzübergängen haben sich bereits lange Schlangen gebildet, da Autofahrer die Ersparnis nutzen wollen.
Die Mitte-links-Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk hatte die täglichen Preisdeckel am 31. März 2026 verhängt. Demnach kostet ein Liter Normalbenzin nun höchstens 6,16 Złoty (rund 1,44 Euro), Superbenzin 6,76 Złoty (1,58 Euro) und Diesel 7,60 Złoty (1,77 Euro). Mit der Maßnahme soll die wirtschaftliche Belastung durch die gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Konflikts gemildert werden.
Vor der Einführung der Obergrenzen waren die Spritpreise in Polen aufgrund der Krise bereits stark angestiegen. Anfang März lagen die Preise bei etwa 1,35 Euro für Benzin und 1,42 Euro für Diesel. Mitte März waren sie jedoch immer noch 30 bis 40 Cent pro Liter günstiger als in Deutschland, wo Steuern und CO₂-Abgaben die Preise für Premiumkraftstoff auf über 2,05 Euro treiben.
Unterdessen führte Deutschland am Mittwoch eine eigene Regelung ein, um die Preise zu stabilisieren: Tankstellen dürfen die Spritpreise nun nur noch einmal täglich, mittags, anpassen. Die Änderung orientiert sich am österreichischen System und soll plötzliche Preisschwankungen verringern sowie mehr Transparenz schaffen.
Der Mineralölwirtschaftsverband warnt jedoch, dass die Preisdifferenz den Tanktourismus weiter anheizen werde. Durch die Osterfeiertage und zusätzliche Grenzkontrollen wird mit noch mehr Verkehr und längeren Wartezeiten an den Übergängen gerechnet.
Die neuen polnischen Preisdeckel locken bereits zahlreiche deutsche Autofahrer an, die von den günstigeren Spritpreisen profitieren wollen. Zwar sollen die Regelungen Verbraucher vor weiter steigenden Kosten schützen – doch die langfristigen Auswirkungen bleiben ungewiss. Fürs Erste müssen die Grenz-Tankstellen mit hoher Nachfrage rechnen, und die Staus werden sich in den kommenden Tagen voraussichtlich noch verschärfen.






