05 April 2026, 00:41

Deutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2070 um 10 % – drastischer als gedacht

Eine Karte von Deutschland mit farbcodierten Regionen, die den Prozentsatz der Menschen darstellen, die in Frankfurt leben, begleitet von einem Text auf der linken Seite, der die Bevölkerungsdichte beschreibt.

ifo-Institut: Bevölkerung schrumpft stärker als erwartet - Deutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2070 um 10 % – drastischer als gedacht

Die Bevölkerung Deutschlands wird einer neuen Studie des Ifo-Instituts zufolge deutlich stärker schrumpfen als bisher angenommen. Die Forscher prognostizieren nun einen Rückgang um 10 % bis 2070 – ein weitaus drastischerer Einbruch als frühere Schätzungen, die lediglich von einem Minus von 1 % ausgingen. Die Ergebnisse unterstreichen die wachsenden Sorgen über die rasche Alterung der Gesellschaft und deren Folgen für die künftige Politik.

Frühere Prognosen hatten noch ein stabileres Bild gezeichnet. Noch 2009 war die Bevölkerung bis 2030 auf konstant etwa 79 Millionen geschätzt worden. Selbst 2022 gingen die Berechnungen noch von 79,5 Millionen bis 2060 aus. Doch die aktualisierten Zahlen zeigen nun einen weitaus düstereren Trend: Die überarbeitete Volkszählung von 2025 erwartet 82,4 Millionen bis 2030, doch bereits bis 2060 soll die Zahl auf nur noch 73 Millionen sinken. Das bedeutet einen Verlust von 1,2 Millionen Menschen allein zwischen 2024 und 2030.

Hinter dieser Entwicklung stehen mehrere entscheidende Faktoren. Die Geburtenrate ist 2024 auf nur noch 1,35 Kinder pro Frau gefallen – deutlich unter den früheren Annahmen von 1,5. Die Nettozuwanderung, die nach ihrem Höhepunkt 2015 weiterhin hoch bleiben sollte, wird ab 2033 voraussichtlich auf jährlich 250.000 sinken. Gleichzeitig übersteigt die Zahl der Sterbefälle seit 2025 die der Geburten, wobei ab kommendem Jahr ein jährliches Defizit von 340.000 bis 360.000 erwartet wird.

Auch regional werden sich die Unterschiede verstärken. Besonders die ostdeutschen Bundesländer müssen mit den stärksten Rückgängen rechnen, während einige Stadtstaaten bis 2070 möglicherweise noch Wachstum verzeichnen könnten. Die korrigierte Prognose folgt auf die Volkszählung 2022, die die Einwohnerzahl Deutschlands auf 81,9 Millionen nach unten anpasste – weniger als zuvor angenommen.

Der Bericht des Ifo-Instituts betont die Dringlichkeit politischer Anpassungen, insbesondere in den Bereichen Gesundheitsversorgung und Altenpflege. Angesichts einer schrumpfenden erwerbstätigen Bevölkerung, die eine wachsende Zahl älterer Menschen unterstützen muss, sind die Planer nun gezwungen, sich auf schnellere demografische Veränderungen einzustellen. Die Ergebnisse decken sich mit jüngsten offiziellen Prognosen und deuten auf eine langfristige Herausforderung für die sozialen und wirtschaftlichen Systeme des Landes hin.

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AKTUALISIERUNG

Urgent Policy Shifts Urged as Germany Faces 10% Population Decline by 2070

The Ifo Institute's analysis highlights urgent policy shifts needed as Germany faces a projected 10% population decline by 2070. Director Joachim Ragnitz emphasizes, 'The intensified decline and aging must be considered in long-term decisions like healthcare and care.'

  • Key driver: Net migration drops to 250,000 by 2033, down from earlier forecasts.
  • Regional disparities: Eastern states could lose 22% of their population, while city-states see slight growth.
  • Birth rates fell to 1.35 in 2024, below previous assumptions of 1.5.