Deutschland stoppt F126-Fregatten und setzt auf günstigere MEKO-Schiffe
Deutschland hat seine Pläne zum Bau von sechs Fregatten des Typs F126 aufgrund von Verzögerungen und steigenden Kosten aufgegeben. Die Entscheidung bedeutet das Ende eines ursprünglich 2020 an die Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) vergebenen Vertrags über 10 Milliarden Euro. Die Bundesregierung verfolgt nun eine neue Beschaffungsstrategie für die Marine, um ihren Verteidigungsbedarf zu decken.
DSNS hatte erhebliche Rückschläge bei der termingerechten und budgetkonformen Lieferung der F126-Fregatten hinnehmen müssen. Diese Verzögerungen veranlassten das deutsche Verteidigungsministerium, das Programm neu zu bewerten. Ein Wechsel zu einem anderen Auftragnehmer, der Naval Vessels Lürssen (NVL), hätte die Gesamtkosten auf über 18 Milliarden Euro steigen lassen und das Projekt damit noch teurer gemacht.
Das Ministerium prüfte zudem die rechtlichen Konsequenzen. Ein Verzicht auf mögliche Schadensersatzforderungen gegen DSNS wäre für einen Lieferantenwechsel notwendig gewesen, was die Entscheidung zusätzlich verkompliziert hätte.
Deutschland hat sich nun dafür entschieden, das F126-Programm durch den Kauf von acht MEKO-A-200-DEU-Fregatten des Herstellers ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) zu ersetzen. Die ersten vier Schiffe sollen rund 6,3 Milliarden Euro kosten, mit der Option, bis Ende dieses Jahres vier weitere für etwa 5,3 Milliarden Euro zu erwerben. Die MEKO A-200 ist ein 121 Meter langes Schiff mit einer Verdrängung von knapp 4.000 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von über 29 Knoten (33,4 mph). Die Fregatten sind für die U-Boot-Abwehr vorgesehen und sollen Deutschland helfen, seine NATO-Verpflichtungen zu erfüllen.
Die Abschaffung des F126-Programms beendet ein von Problemen geplagtes Vorhaben, das weder Termine noch Budgetvorgaben einhalten konnte. Der neue Plan sieht den Kauf von acht MEKO-Fregatten vor, vorbehaltlich der Genehmigung. Mit dieser Umstellung will Deutschland seine maritimen Fähigkeiten stärken und gleichzeitig die Kosten besser kontrollieren.
