Bremen warnt vor Verkehrschaos durch geplante Bahnmodernisierung bis 2035
Amelie KrausBremen warnt vor Verkehrschaos durch geplante Bahnmodernisierung bis 2035
Bremen drängt auf umfangreiche Änderungen am deutschen Schienenmodernisierungsplan und warnt, dass die aktuellen Vorschläge schwere Beeinträchtigungen für den Personen- und Güterverkehr mit sich bringen könnten. Die Bedenken der Stadt konzentrieren sich auf vier zentrale Streckenabschnitte, darunter die lebenswichtige Verbindung Bremen–Bremerhaven, wo die Bauarbeiten voraussichtlich Ende 2027 beginnen sollen. Die Verantwortlichen fordern faire Entschädigungen, bessere Planung und zuverlässige Alternativen für die monatelangen erwarteten Sperrungen.
Das Modernisierungsprojekt der Bundesregierung sieht bis 2035 die vollständige Sanierung von über 4.000 Kilometern der meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands vor. Durch langfristige Vollsperrungen sollen mehrere Ausbauvorhaben gleichzeitig umgesetzt werden – doch Bremen befürchtet, dass dieser Ansatz der regionalen Wirtschaft schaden könnte. Die Stadt ist in hohem Maße auf die Anbindung des Hafens und einen reibungslosen Hinterlandverkehr angewiesen, die beide leiden würden, wenn Güter- und Personentransporte über längere Zeit unterbrochen wären.
Die Strecke Bremen–Bremerhaven wird zwar nicht komplett gesperrt, da es keine Ausweichrouten gibt. Stattdessen sind zwei Teilstilllegungen geplant, wobei die verbleibende Strecke vorrangig dem Güterverkehr vorbehalten bleibt. Während der Stoßzeiten sollen Personenzüge in einem eingeschränkten Takt verkehren, ergänzt durch noch in der Planung befindliche Schienenersatzverkehrsangebote mit Bussen.
Bremens Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, hat die Deutsche Bahn und die Bundesbehörden aufgefordert, die Pläne zu überarbeiten. Zu den zentralen Forderungen gehören realistische Bauzeitpläne, eine bessere Abstimmung zwischen den einzelnen Projekten sowie angemessene Entschädigungen für entgangene Einnahmen. Erste Erfahrungen mit Sanierungsarbeiten an der Riedbahn und der Strecke Hamburg–Berlin hätten bereits gezeigt, wie schlecht koordinierte Baustellen langfristige Schäden für den Bahnverkehr verursachen können.
Die Vorschläge der Stadt zielen darauf ab, die notwendigen Infrastrukturmodernisierungen mit der Aufrechterhaltung funktionierender Verkehrsverbindungen in Einklang zu bringen. Ohne Anpassungen, so die Warnung Bremens, drohten der Modernisierung anhaltende wirtschaftliche und logistische Probleme. Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung haben auf die konkreten Forderungen nach überarbeiteter Planung und Entschädigung bisher noch nicht reagiert.






