18 June 2026, 12:00

Bremen reformiert sein Geheimdienstgesetz – mehr Kontrolle, weniger Macht für den Verfassungsschutz

Von nun an nur noch an der Leine schnüffeln

Bremen reformiert sein Geheimdienstgesetz – mehr Kontrolle, weniger Macht für den Verfassungsschutz

Bremen führt neues Geheimdienstgesetz ein, um veraltete Sicherheitsregelungen zu modernisieren

Bremen hat ein neues Nachrichtendienstgesetz verabschiedet, um seine 13 Jahre alten Landesregelungen zur inneren Sicherheit zu reformieren. Die Änderungen setzen dem Verfassungsschutz, dem Bremer Inlandsgeheimdienst, strengere Grenzen. Ziel der Novelle ist es, veraltete Praktiken abzuschaffen und die Kontrolle über Überwachungsmaßnahmen zu verstärken.

Das neue Gesetz schränkt die Befugnisse des Verfassungsschutzes ein: Eingriffsintensive Maßnahmen dürfen künftig nur noch mit richterlicher Genehmigung angeordnet werden. Jeder Eingriff in Grundrechte bedarf nun der gerichtlichen Zustimmung – auch Überwachungsoperationen, die bisher allein in der Hand der Behörde lagen.

Für verdeckte Informanten gelten verschärfte Regeln. Ihnen ist es untersagt, enge oder intime Beziehungen zu Mitgliedern der beobachteten Gruppen aufzubauen. Zudem darf die Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz nicht die einzige Einnahmequelle eines Informanten sein.

Weitere Neuerungen begrenzen den Einsatz von staatlicher Spionagesoftware und Wohnraumüberwachung. Der Geheimdienst muss künftig vor Gericht begründen, warum ein Informant ersetzt wird. Die Observation einer Gruppe darf nur dann über fünf Jahre hinaus fortgesetzt werden, wenn sie als hochgradige Bedrohung eingestuft wird.

Bremen verzichtet zudem auf die Einführung des Haber-Verfahrens, das es der Behörde ermöglicht hätte, im Rahmen der Mittelvergabe Informationen an andere Stellen weiterzugeben. Stattdessen wird die parlamentarische Kontrolle gestärkt – bei Bedarf können externe Experten hinzugezogen werden.

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Die Reformen markieren einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise des Bremer Verfassungsschutzes. Sie führen strengere richterliche Kontrollen ein, erhöhen die Transparenz und setzen klarere Grenzen für verdeckte Ermittlungen. Die Änderungen sollen sicherstellen, dass der Geheimdienst aktuelle rechtliche und ethische Standards einhält.

Quelle