Brandenburgs Rettungsdienste: Drohen Bürgern bald Rechnungen für Notfälle?
Amelie KrausBrandenburgs Rettungsdienste: Drohen Bürgern bald Rechnungen für Notfälle?
Die Landesregierung Brandenburgs arbeitet daran, zu verhindern, dass Bürger in Notfällen Rechnungen für Rettungsfahrten erhalten. Gesundheitsminister René Wilke schlägt vor, das aktuelle gesetzliche Finanzierungsmodell durch ein verhandlungsbasiertes System zur Deckung der Kosten für den Rettungsdienst zu ersetzen. Dennoch bleibt Ungewissheit, da einige Landkreise erwägen, zur Deckung finanzieller Engpässe Rechnungen an Patienten zu verschicken.
Gernot Schmidt, der SPD-Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland, kündigte an, voraussichtlich Ende Juni oder Anfang Juli rund 2.000 Rechnungen zu versenden. Der Landkreis steht vor einer Finanzlücke von 2,2 Millionen Euro und droht daher, Gebühren für Rettungstransporte und Notarzteinsätze zu erheben – selbst wenn Patienten nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Gesundheitsminister René Wilke hofft, diese Rechnungen abwenden zu können, kann dies jedoch nicht garantieren. Unterdessen hat die Stadt Cottbus bereits eine Vereinbarung mit den Krankenkassen getroffen, die geplanten Gebühren für ihre Einwohner verhindert.
Die Diskussion beschränkt sich nicht auf Brandenburg. In Nordrhein-Westfalen fordert die Landesregierung die Kommunen auf, ein Angebot der Krankenkassen anzunehmen, das die Kosten für Nottransporte abdecken soll. Der Verband der Ersatzkassen unterstützt den Wechsel zu einem Verhandlungsmodell und bezeichnet dies als positiven Schritt hin zu mehr Transparenz.
Bisher wurden noch keine Rettungsrechnungen verschickt, doch die Möglichkeit bleibt für viele ein Grund zur Sorge. Das vorgeschlagene verhandlungsbasierte System könnte eine Lösung bieten – sein Erfolg hängt jedoch von Vereinbarungen zwischen den lokalen Behörden und den Krankenkassen ab. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Bürger unerwartet mit Kosten für Notdienste belastet werden.






