17 June 2026, 17:50

Bremen kämpft mit Rekordarmut: Warum Frauen und alleinerziehende Mütter besonders leiden

Arme Mütter

Bremen kämpft mit Rekordarmut: Warum Frauen und alleinerziehende Mütter besonders leiden

Bremen verzeichnet die höchste Armutsquote Deutschlands – besonders betroffen sind Frauen und alleinerziehende Mütter. Neue Zahlen der Arbeitnehmerkammer zeigen zudem eine Rückkehr zu traditionellen Rollenbildern, obwohl sich viele Eltern eine gerechtere Aufteilung von Erwerbsarbeit und Care-Arbeit wünschen.

Bettina Wilhelm, die Landesfrauenbeauftragte, bezeichnet die aktuelle Situation als untragbar. Sie betont, dass finanzielle Unabhängigkeit für Frauen selbstverständlich sein sollte – doch für viele bleibt sie unerreichbar. Nur 52 Prozent der Mütter mit Kindern im Kita-Alter in Bremen sind erwerbstätig, die niedrigste Quote bundesweit.

Wilhelm fordert strukturelle Veränderungen, um Gleichberechtigung zu fördern. Das Ehegattensplitting müsse reformiert oder abgeschafft werden, da es das Alleinverdiener-Ernährermodell begünstige. Auch das Elterngeld solle paritätisch zwischen den Eltern aufgeteilt werden, mit vollen Leistungen nur bei einer gleichmäßigen Verteilung von bezahlter Arbeit und Sorgearbeit.

Der Staat muss Eltern stärker unterstützen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Unternehmen werden aufgefordert, familienfreundliche Arbeitszeiten einzuführen, Führungspositionen in Jobsharing-Modellen zu besetzen und Väter, die sich aktiv an der Kinderbetreuung beteiligen, stärker anzuerkennen.

Ohne diese Reformen werden sich traditionelle Rollenmuster weiter verfestigen. Ziel ist es, finanzielle und organisatorische Hürden abzubauen, damit Eltern Arbeit und Care-Arbeit gerechter teilen können. Das würde helfen, die Armutsquote von Frauen und alleinerziehenden Müttern in Bremen zu senken.

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