Bremen kämpft gegen drohende Strom- und Gassperren für Mieter: Was jetzt geplant ist
Ella HuberBremen kämpft gegen drohende Strom- und Gassperren für Mieter: Was jetzt geplant ist
Bremen: Senat und große Wohnungsanbieter beraten über Schutz vor Strom- und Gassperren
Der Bremer Senat und führende Wohnungsunternehmen haben sich zusammengeschlossen, um die steigenden Energiekosten zu bewältigen und Strom- und Gassperren für Haushalte zu verhindern. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Schutz der Mieter vor Abschaltungen angesichts wachsender finanzieller Belastungen. Zwar verwiesen die Verantwortlichen auf laufende Unterstützungsmaßnahmen, doch wie viele Haushalte 2026 konkret gefährdet sind, bleibt unklar.
An dem Treffen nahmen Bürgermeister Andreas Bovenschulte, zuständige Senatoren sowie Vertreter der Wohnungswirtschaft teil. Man einigte sich auf zentrale Grundsätze: die Vermeidung von Sperren, den Austausch über Lösungsansätze und eine bessere Kommunikation mit den Mietern. Daten aus dem Jahr 2025 zeigen, dass der lokale Versorger swb insgesamt 2.337 Abschaltungen vornahm – davon 1.796 in Bremen und 541 in Bremerhaven. Für 2026 wird mit noch höheren Zahlen gerechnet.
Aktuell gibt es bereits Entlastungen, etwa durch die kostenlose Energieberatung der Verbraucherzentrale Bremen, die im vergangenen Jahr 324 Fälle bearbeitete. Bundesebene Maßnahmen wie die Abschaffung der Gasbeschaffungsumlage und die Subventionierung der Netzentgelte ab Januar 2026 sollen Haushalten jährlich rund 160 Euro sparen. Senatorin Maike Schaefer verwies auf einen bestehenden Entlastungsfonds und Gespräche mit Wohnungsanbietern, während Senatorin Claudia Bernhard im Bundesrat ein Moratorium für Abschaltungen fordert.
Die Initiative "Runder Tisch" trägt weiterhin dazu bei, Preisanstiege zu bremsen, und swb hat bereits Tarife angepasst. Dennoch betonte Bürgermeister Bovenschulte, dass weitere Schritte nötig seien, um die Grundversorgung für einkommensschwache Familien zu sichern.
Die Vereinbarung schafft einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wohnungswirtschaft. Mieter sollen künftig besser über Energiekosten informiert werden, während bundesweite und lokale Hilfen die finanzielle Belastung mindern sollen. Die Behörden werden die Entwicklung der Abschaltungsrisiken im Laufe des Jahres 2026 genau beobachten.






