Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Schülerzahlen und massivem Lehrermangel
Tim VoigtBrandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Schülerzahlen und massivem Lehrermangel
Brandenburg steht vor dem schlimmsten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Schülerzahlen Rekordhöhen erreichen. Die Krise verschärft sich unter dem neuen Bildungsminister Gordon Hoffmann (parteilos), der erst kürzlich das Amt von der SPD übernahm, die das Ressort zuvor drei Jahrzehnte lang geführt hatte. Durch Haushaltskürzungen und unbesetzte Stellen kämpfen die Schulen bereits jetzt damit, den grundlegenden Unterricht zu sichern.
Zu Beginn des aktuellen Schuljahres fehlten im Land 490 Lehrkräfte. Mittlerweile sind 220 geplante Stellen unbesetzt, und für das Schuljahr 2025/26 stehen weitere Streichungen an. Allein der Haushalt 2025 sieht den Wegfall von 345 Vollzeitstellen vor – eine zusätzliche Belastung für ein ohnehin schon angespanntes System.
Hoffmann räumte ein, dass er nicht garantieren könne, den notwendigen Stundenplan im kommenden Jahr vollständig abdecken zu können. Um die Lücken zu stopfen, müssen die meisten Lehrkräfte bereits seit dem zweiten Halbjahr des laufenden Schuljahres eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche übernehmen.
Trotz der personellen Engpässe hat Hoffmann Reformen angekündigt, die die Lese- und Rechenkompetenzen der Schüler verbessern sollen. Seine Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Brandenburg sich auf die höchsten Schülerzahlen seiner Geschichte bei gleichzeitig beispiellosem Personalmangel einstellen muss.
Die Kombination aus steigenden Schülerzahlen und verschärftem Lehrkräftemangel wird die Schulen im Land im nächsten Jahr auf eine harte Probe stellen. Angesichts der Kürzungen bei den Lehrerstellen und fehlender Sofortlösungen steht das Bildungssystem vor enormen betrieblichen Herausforderungen. Hoffmanns Reformvorhaben müssen sowohl die akuten Personalengpässe als auch die langfristige Stabilität des Schulsystems in den Blick nehmen.






