04 April 2026, 14:01

Bayreuther Festspiele verlieren staatliche Förderung wegen Wagners Antisemitismus

Eine große Menschenmenge auf einem Musikfestival schaut auf einer hell erleuchteten Bühne Performern zu, mit Zelten links und Feuerwerk am dunklen Himmel dahinter.

Bayreuther Festspiele verlieren staatliche Förderung wegen Wagners Antisemitismus

Kulturminister Wolfram Weimer kündigt Streichung der Bundesförderung für die Bayreuther Festspiele an

Bundes Kulturminister Wolfram Weimer hat Pläne bekannt gegeben, die staatliche Finanzierung der Bayreuther Festspiele einzustellen. Die Entscheidung folgt auf neue Enthüllungen über Richard Wagners extrem antisemitische Ansichten und politische Ideologie. Weimer kritisierte zudem seine Vorgängerin, weil diese Rekordmittel für die Sanierung des Festspielhauses bewilligt hatte.

Der Minister verwies auf kürzlich entdeckte Schriften Wagners, in denen dieser während einer Aufführung von Nathan der Weise dazu aufrief, "alle Juden zu verbrennen". Der Komponist hatte zudem angedeutet, Juden sollten "ihre eigene Vernichtung durch Selbstauslöschung beschleunigen". Diese Äußerungen entsprechen dem militanten Antisemitismus, wie er auch von Wagners Zeitgenossen Karl Marx und Michail Bakunin geteilt wurde.

Weimer bezeichnete Wagner als "keinen Demokraten", sondern als "linksanarchistischen Staats- und Kapitalfeind". Er argumentierte, dass Steuergelder keine Projekte unterstützen sollten, die mit extremistischen Ideologien verbunden seien. Unter Weimers Vorgängerin Claudia Roth hatte das Festival 84,7 Millionen Euro für die Theatersanierung erhalten – die höchste Bundesförderung seiner Geschichte.

Der Minister verwies zudem auf Wagners paradoxen Einfluss in der Sowjetunion. Stalin und die Bolschewiken nutzten seine Opern als Propagandainstrument und bezeichneten sie als "Soundtrack des roten Terrors". Höhepunkt dieser Vereinnahmung war Sergei Eisensteins Inszenierung der Walküre 1940 am Moskauer Bolschoi-Theater, die Stalin persönlich in Auftrag gegeben hatte.

Die Förderkürzungen bedeuten, dass Bayreuth erstmals seit Jahrzehnten ohne staatliche Unterstützung auskommen muss. Weimers Richtlinie schließt zudem künftige Zuwendungen an Kulturprojekte aus, die Extremismus fördern. Das Festival, seit langem eine Säule der deutschen Klassiktradition, steht nun vor einer ungewissen finanziellen Zukunft.

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