07 April 2026, 16:01

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Kolumbus-Denkmal polarisieren

Ein Holocaust-Gedenkdenkmal in einem jüdischen Friedhof in Berlin, mit einer wandmontierten Informationswand und verstreuten trockenen Blättern.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Kolumbus-Denkmal polarisieren

Zwei Statuen, die Jahre auseinander errichtet wurden, stehen heute als Symbole für ganz unterschiedliche Geschichten. In Brandenburg erinnert ein stilles Mahnmal an die Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Unterdessen ließ der damalige US-Präsident Donald Trump in Washington D.C. eine Statue von Christoph Kolumbus aufstellen – mitten in den Protesten gegen solche Denkmäler.

Das Brandenburger Denkmal wurde 2018 in Neuendorf im Sande an einer ländlichen Straße eingeweiht. Es gedachten der Menschen, die Anfang der 1940er-Jahre auf dem dortigen Gut zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, darunter Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihr Bruder initiierte die Schaffung des Mahnmals, das heute am Eingang des Anwesens steht. Jährlich versammeln sich dort Menschen am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai).

Im Gegensatz dazu ließ die Regierung unter Trump 2020 eine Kolumbus-Statue an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building aufstellen. Dies geschah zu einer Zeit, in der im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste viele ähnliche Denkmäler gestürzt oder entfernt wurden. Trump stilisierte Kolumbus als "ursprünglichen amerikanischen Helden" – eine Position, die von Gruppen wie den Italian American Organizations United unterstützt wurde. Die Aufstellung der Statue war Teil einer breiteren Initiative, solche historischen Figuren im öffentlichen Raum zu bewahren.

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Während das Brandenburger Mahnmal als lokale Erinnerungskultur dafür sorgt, dass die Schicksale der Zwangsarbeiter nicht in Vergessenheit geraten, bleibt die Kolumbus-Statue in Washington ein zentraler Streitpunkt in den anhaltenden Debatten über historische Repräsentation. Beide Denkmäler zeigen, wie öffentliche Räume das kollektive Gedächtnis auf ganz unterschiedliche Weise prägen können.

Quelle