26 April 2026, 12:01

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch gibt seltenen Einblick in jüdische Lebenswelten

Offenes Buch mit dem Titel "Die Geschichte Deutschlands" zeigt eine Schwarz-Weiß-Illustration einer Stadtlandschaft mit Gebäuden, Menschen und Himmel sowie Text.

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch gibt seltenen Einblick in jüdische Lebenswelten

Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" bietet einen seltenen Einblick in das Leben jüdischer Menschen in diesem Land. Verfasst von Mascha Malburg und Joshua Schultheis, beide Journalisten bei der "Jüdischen Allgemeinen", vereint das Werk acht jüdische Stimmen in zehn offenen Dialogen. Ihre Gespräche reichen von Alltagserfahrungen bis hin zu grundsätzlichen Fragen nach Identität und Zugehörigkeit.

Die Autor:innen argumentieren, dass jüdisches Leben in Deutschland oft auf zwei enge Momente reduziert wird: die öffentliche Erinnerung an NS-Verbrechen oder Reaktionen auf Nahostkonflikte. Diese eingeschränkte Perspektive, so ihr Vorwurf, werde der tatsächlichen Vielfalt jüdischer Erfahrungen nicht gerecht. Statt sich auf äußere Blickwinkel zu stützen, lässt das Buch Jüdinnen und Juden selbst zu Wort kommen.

An den Gesprächen beteiligen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, die ein breites Spektrum an Meinungen und Lebensentwürfen repräsentieren. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts bei "unserer Website", moderierte die Diskussionen und sorgte für einen ausgewogenen und reflektierten Austausch. Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, zielt das Buch darauf ab, den Fokus von der Frage, wie andere Jüdinnen und Juden sehen, zu der Frage zu verschieben, wie sie sich selbst sehen.

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Malburg und Schultheis sind überzeugt, dass das Zuhören dieser Stimmen entscheidend ist, um das jüdische Selbstverständnis im heutigen Deutschland zu begreifen. Die Dialoge vermeiden Vereinfachungen und zeigen sowohl gemeinsame Anliegen als auch individuelle Unterschiede innerhalb der Gemeinschaft auf.

Das Buch stellt gängige Annahmen infrage, indem es jüdisches Leben in Deutschland durch persönliche Erzählungen statt durch öffentliche Deutungsmuster präsentiert. Es bietet eine Plattform für Stimmen, die außerhalb spezifischer historischer oder politischer Kontexte oft überhört werden. Leser:innen können nun direkt mit den Perspektiven von acht Jüdinnen und Juden in Kontakt treten – jede und jeder mit einem eigenen Blick auf Identität und Zugehörigkeit.

Quelle