Wie Kieler Werften und Seemannslieder eine Schriftstellerin prägten
Die Kindheit am Kieler Howaldtswerke prägte eine lokale Schriftstellerin nachhaltig
Der tägliche Anblick der gewaltigen Schiffe und das ferne Dröhnen der Marineschiffe weckten in ihr eine lebenslange Faszination für das Meer. Von Seemannsliedern bis zu filmreifen Matrosen – diese Erinnerungen hallen bis heute nach.
Die Autorin verbrachte ihre Kindheit damit, in Kiel den Bau und Stapellauf von Schiffen zu beobachten. Der nahegelegene Marinestützpunkt bot noch imposantere Anblicke: Wenn Schulschiffe wie die Gorch Fock vor Anker gingen, lag die Aufregung förmlich in der Luft. Der gleichmäßige Rhythmus der Werftarbeit und die tiefen Stimmen der Seeleute wurden zum Alltag.
Musik spielte in dieser maritimen Welt eine zentrale Rolle. Die Schriftstellerin sang im Kirchenchor neben einem Bass, dessen kraftvolle Stimme auch dem Lotsen-Gesangverein, dem Chor der Hafenlotsen, angehörte. Zu Hause drehten sich oft Schallplatten von Freddy Quinn, Lale Andersen und Hans Albers. Albers, der "blonde Hans", war mehr als nur ein Sänger – er war ein Filmstar, besonders in Große Freiheit Nr. 7. Der Film von 1944 zeigte ihn als Hannes Kröger, einen Seemann, der sich nach der Weite des Meeres sehnt – eine Figur, die die Sehnsucht vieler widerspiegelte.
Ein Schiff ragte über alle anderen hinaus: die Padua, Hamburgs letztes großes Segelschiff. Zwar trägt es heute einen anderen Namen – als russisches Schulschiff Krusenstern ist es noch immer in Fahrt –, doch über seine aktuellen Reisen ist wenig bekannt, was seinen mystischen Ruf nur verstärkt.
Der Einfluss des Meeres reichte weit über die Kieler Werften hinaus. Er füllte die Häuser mit Musik, inspirierte Filme und prägte sogar Familiengeschichten – wie die der Autorin, deren Mutter für Hans Albers schwärmte. Manche Schiffe sind längst in der Geschichte versunken, doch ihr Erbe lebt weiter in Liedern, Erinnerungen und dem gelegentlichen Anblick eines hohen Masts am Horizont.






