05 June 2026, 18:58

Von 400 Exemplaren zur umstrittenen Stimme: Die Junge Freiheit und ihr Gründer Dieter Stein

Unangenehme Fragen für Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Von 400 Exemplaren zur umstrittenen Stimme: Die Junge Freiheit und ihr Gründer Dieter Stein

Dieter Stein gründete die Junge Freiheit (JF) 1986 im Alter von nur 18 Jahren. Die erste Ausgabe erschien in einer bescheidenen Auflage von 400 Exemplaren, die er in einer Pappkiste auf seinem Fahrrad mit nach Hause nahm. Im Laufe der Jahre sah sich die Zeitung sowohl mit Kontroversen als auch mit der genauen Beobachtung durch Behörden konfrontiert.

Was als kleines Projekt ohne Gewinne aus der Debütausgabe begann, entwickelte sich schnell zu einem Medium, das Aufmerksamkeit – und Widerspruch – auf sich zog. Die Beitragenden mussten die Druckkosten zunächst selbst tragen. Doch trotz des bescheidenen Starts wurde die JF bald zu einem umstrittenen Blatt.

1993 versammelten sich rund 2.000 Demonstranten in Berlin, um gegen die Zeitung zu protestieren. Zwei Jahre später wurde Steins Auto vor dem JF-Büro in Brand gesteckt. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beobachtete die Zeitung, da es Verbindungen zu extremistischen Kreisen vermutete.

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Stein verlegte den Sitz der JF von Freiburg nach Berlin, noch vor dem Umzug der Regierung in die wiedervereinte Hauptstadt. Später wies er Vorwürfe zurück, die Zeitung werde von der rechtspopulistischen AfD finanziert. Manche Leser fürchteten sogar, allein wegen des Lesens der JF abgehört zu werden.

Privat befürwortet Stein zwar grundsätzlich den Wehrdienst, überlässt die Entscheidung dazu aber seinem Sohn.

Aus einem selbstfinanzierten Studentenprojekt wurde die Junge Freiheit zu einer Publikation, die Proteste und behördliche Überwachung auslöste. Unter Steins Führung zog die Zeitung um, überstand Brandanschläge und wies Vorwürfe politischer Finanzierung zurück. Bis heute bleibt sie eine polarisierende Stimme in der deutschen Medienlandschaft.

Quelle