Verlassene Militärruine für 60.000 Euro versteigert – doch Nutzen bleibt verboten
Amelie KrausVerlassene Militärruine für 60.000 Euro versteigert – doch Nutzen bleibt verboten
Verfallene Militärruine auf Pfählen für 60.000 Euro versteigert
Eine verlassene Militärruine auf Stelzen hat bei einer Auktion für 60.000 Euro den Besitzer gewechselt. Die als Ostervilm bekannte Anlage liegt verfallen in der Ostsee nahe der deutschen Insel Vilm. Käufer wurden jedoch vorab gewarnt: Mit dem Objekt sind strenge Nutzungsauflagen verbunden.
Ursprünglich diente Ostervilm als gesperrter Marinestandort, an dem Kriegsschiffrümpfe entmagnetisiert wurden. Das auf 600 Holzpfählen errichtete Bauwerk besteht aus einem Betonskelett, das mit Eisenplatten und Holz verkleidet ist. Vergleichbare Einrichtungen betreibt die deutsche Marine noch heute in Kiel und Wilhelmshaven.
Am 4. Juni kam die Insel unter den Hammer – das Startgebot lag bei 39.000 Euro. Trotz ihrer ungewöhnlichen Geschichte darf der neue Eigentümer das Gebäude weder bewohnen noch umbauen. Baugenehmigungen werden nicht erteilt, selbst der grundlegende Zugang ist rechtlich nicht gesichert.
Die benachbarte Insel Vilm war einst ein exklusiver Ferienort der DDR-Elite, darunter Erich Honecker und der Ministerrat. Ostervilm hingegen liegt in einer exponierten „Äußeren Zone“, in der Änderungen der Nutzungsvorschriften so gut wie ausgeschlossen sind. Experten stufen den Kauf als spekulatives Wagnis ein – Tourismus oder wirtschaftliche Nutzung sind undenkbar.
Der Käufer besitzt nun ein Relikt aus der Militärgeschichte des Kalten Krieges, doch die praktischen Nutzungsmöglichkeiten sind gleich null. Ohne Genehmigungen, Infrastruktur oder legalen Zugang bleibt Ostervilm eine Kuriosität statt eines nutzbaren Objekts. Seine Zukunft dürfte daher ähnlich verlaufen wie seine Vergangenheit: als verfallene Ruine im Meer.






