US-Angriff auf Iran lässt deutsche Wirtschaft und Energiepreise beben
Amelie Lang100 Jahre Energiepreisschocks: Eine kurze Geschichte der deutschen Energiepolitik - US-Angriff auf Iran lässt deutsche Wirtschaft und Energiepreise beben
Ein jüngster US-israelischer Angriff auf den Iran hat die deutsche Wirtschaft erschüttert und die Pläne für ein stetiges Wachstum durcheinandergebracht. Der plötzliche Anstieg der Energiepreise zwingt die Regierung, hastig nach Lösungen zu suchen. Die Verantwortlichen stehen nun unter Druck, sowohl die akuten Kosten als auch die langfristigen Schwächen in der deutschen Energiestrategie anzugehen.
Deutschland kämpft seit Langem mit Energieunsicherheit, bedingt durch den Mangel an eigenen Ressourcen. Frühere Krisen – wie die Ölkrisen von 1973 und 1979 – zeigten, wie schnell geopolitische Spannungen die Versorgungswege unterbrechen können. Nach 1979 reagierte die Regierung mit dem Abschluss langfristiger Verträge mit mehreren Lieferanten, darunter die Sowjetunion, Norwegen und die Niederlande. Damit verringerte sich zwar die Abhängigkeit vom Nahen Osten, doch neue Abhängigkeiten entstanden einfach woanders.
Der russische Überfall auf die Ukraine 2022 offenbarte ähnliche Risiken, als Russland – damals Deutschlands wichtigster Gaslieferant – die Lieferungen drosselte. Seither bezieht das Land Gas aus Norwegen, den Niederlanden sowie verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA, Katar und Australien. Doch allein die Diversifizierung hat die Verwundbarkeit nicht beseitigt. Marktorientierte Politiken mögen zwar flexibel sein, führten aber immer wieder zu Engpässen und dem Kollaps ganzer Industriezweige.
Die Geschichte lehrt, dass Krisen Regierungen dazu drängen können, Energiemärkte umzugestalten. Nach 1973 entstanden neue Vorschriften und Investitionen. Doch kurzfristige Lösungen überdecken oft tiefere strukturelle Probleme. Ohne eine kohärente Strategie riskiert Deutschland, alte Fehler zu wiederholen – nämlich auf Notfälle zu reagieren, statt sie zu verhindern.
Steigende Sprit- und Energiepreise bedrohen nun Verbraucherproteste und Industrieeinschränkungen, von Entlassungen bis zu Produktionsstopps. Der aktuelle Schock folgt einem bekannten Muster: Konflikte treiben die Preise in die Höhe, Regierungen greifen ein, und vorübergehende Maßnahmen verzögern echte Reformen. Für Deutschland bleibt die Energiepolitik eng mit außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen verknüpft – Stabilität hängt also von mehr ab als nur von der Vielfalt der Importe.






