17 March 2026, 02:02

UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – Märkte reagieren scharf

Präsident Biden an einem Pult bei der Ankündigung von Maßnahmen zur Reduzierung von Öl- und Gaspreisen, mit einem Plakat mit Logo und Text im Hintergrund.

UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – Märkte reagieren scharf

Überraschendes Übernahmeangebot von UniCredit für Commerzbank lässt deutsche Märkte erbeben

Das überraschende Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank hat die deutschen Märkte am Montag in Aufruhr versetzt. Das 35-Milliarden-Euro-Angebot trieb den Aktienkurs der Commerzbank um fast 10 Prozent in die Höhe und belebte den gesamten Handelsverlauf. Doch bereits formiert sich politischer und unternehmerischer Widerstand gegen die geplante Übernahme.

Der Vorstoß überlagerte andere Marktbelastungen, darunter steigende Ölpreise, die vor allem auf Reise- und zyklische Werte drückten.

UniCredit kündigte offiziell ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Commerzbank-Aktien an. Mit einem Wert von 30,80 Euro pro Aktie sieht das Angebot ein Umtauschverhältnis von 0,485 UniCredit-Aktien vor. Analysten werten den Schritt als strategischen Zug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die deutsche Regierung lehnte das Angebot umgehend ab und bezeichnete es als "feindliche Übernahme". Gleichzeitig bekräftigte sie ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit der Commerzbank. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte die systemische Bedeutung der Bank. Seit der Stellungnahme wurden keine weiteren offiziellen Maßnahmen bekannt gegeben.

Auch vonseiten der Gewerkschaft Verdi und des Commerzbank-Betriebsrats gab es Widerstand – beide verurteilten das Übernahmeangebot scharf. Unterdessen kämpfte der DAX unter seiner 200-Tage-Linie und riskiert weitere Verluste, sollte er unter die Marke von 22.900 Punkten fallen. Die weitere Entwicklung des Index hängt davon ab, wie Politik und Unternehmen auf das UniCredit-Angebot reagieren, das voraussichtlich im Mai formal eingereicht wird.

An anderer Front belasteten die steigenden Ölpreise die Aktien von Lufthansa und TUI, da höhere Kerosinkosten die Reisebranche treffen. Bayer legte nach positiven Studienergebnissen zu, und Siemens Energy verbuchte Gewinne. Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf hingegen verzeichnete Verluste und rundete damit das gemischte Marktbild ab.

Das Übernahmeangebot der UniCredit hat den Commerzbank-Kurs stark steigen lassen, stößt aber auf massiven politischen und gewerkschaftlichen Widerstand. Da die formelle Offerte für Mai erwartet wird, bleibt die Performance des DAX voraussichtlich eng mit den Entwicklungen im Übernahmepoker verknüpft. Steigende Ölpreise und branchenspezifische Belastungen prägen weiterhin die allgemeine Marktstimmung.

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