Ukraine-Waffen verschwinden: Wie sie auf dem Schwarzmarkt landen könnten
Amelie KrausUkraine-Waffen verschwinden: Wie sie auf dem Schwarzmarkt landen könnten
Die Sorge über das Verschwinden von an die Ukraine gelieferten Waffen wächst. Sicherheitsexperten und Beamte warnen, dass Schusswaffen und Munition auf den Schwarzmarkt gelangen könnten. Die Forderungen nach strengeren Kontrollen und einem besseren Datenaustausch werden immer dringlicher.
Bereits im Juli 2022 hatte der stellvertretende Direktor von Frontex davor gewarnt, dass Waffen aus der Ukraine nach Europa geschmuggelt werden könnten. Schon im Mai desselben Jahres hatte Europol über illegalen Waffenhandel im Zusammenhang mit dem Konflikt berichtet und einen Anstieg solcher Aktivitäten vorhergesagt.
In einem internen Papier des Auswärtigen Amts von Februar 2024 hieß es, eine systematische Abgleichung von Waffendaten innerhalb der EU sei „nicht möglich“. Das Bundeskriminalamt (BKA) fügte hinzu, dass fehlende Kennzeichnungen, unvollständige Register und mangelhafte Erfassungsverfahren die Rückverfolgbarkeit erschweren.
Konstantin von Notz, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die mangelnde Vorbereitung der Geberländer. Er setzt sich für ein EU-weites Waffenregister und einen verbesserten Datenaustausch ein, um dem illegalen Handel entgegenzuwirken. Der Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler unterstützte diese Forderungen und wies auf das Fehlen einer umfassenden Dokumentation der an die Ukraine gelieferten Waffen hin.
Die mutmaßliche Umleitung von gelieferten Waffen auf den Schwarzmarkt stellt ein ernstes Sicherheitsrisiko dar. Von Notz und andere drängen auf sofortiges Handeln, um die Nachverfolgung und Zusammenarbeit zu verbessern. Ohne wirksamere Systeme könnte der Strom illegaler Waffen ungehindert weiterfließen.






