Theo Müller mischt sich in Baden-Württembergs Koalitionsstreit nach knapper Landtagswahl ein
Tim VoigtMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Theo Müller mischt sich in Baden-Württembergs Koalitionsstreit nach knapper Landtagswahl ein
Theo Müller, Gründer der Molkerei Müller, hat sich zur bevorstehenden Regierungsbildung in Baden-Württemberg geäußert. Seine Äußerungen folgen auf eine knapp entschiedene Landtagswahl, bei der die Grünen die CDU mit einem Vorsprung von weniger als einem halben Prozentpunkt knapp schlugen. Beide Parteien verfügen nun über die gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag, was Debatten über mögliche Koalitionen ausgelöst hat.
Bei der Wahl 2026 erreichten die Grünen 30,2 Prozent der Stimmen – ein leichter Rückgang um 2,4 Punkte im Vergleich zu 2021. Die CDU folgte dichtauf mit 29,7 Prozent und legte dabei 5,6 Punkte zu. Die AfD verdoppelte fast ihre Unterstützung und kam auf 18,8 Prozent, während die SPD mit 5,5 Prozent ein historisches Tief erreichte. Die FDP verlor erstmals seit 1992 ihre Vertretung im Landtag.
Da sowohl die Grünen als auch die CDU jeweils 56 Sitze halten, bleibt die seit 2016 bestehende Koalition rechnerisch möglich. Eine rot-grüne Allianz verfehlte jedoch die Mehrheit um einen Sitz, sodass die Optionen begrenzt sind. Theo Müller, CSU-Mitglied und Milchindustrieller, argumentierte, die CDU solle sich nicht mit einer Juniorrolle unter dem Grünen-Co-Vorsitzenden Cem Özdemir zufriedengeben.
Müller ging noch weiter und schlug vor, die CDU könnte entweder eine Koalition mit der AfD eingehen oder deren parlamentarische Unterstützung akzeptieren. Er lobte den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier und bezeichnete dessen Positionen als "vernünftig". Die CDU hat jedoch jede Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei kategorisch ausgeschlossen.
Die Wahlergebnisse hinterlassen Baden-Württemberg mit einem pattstehenden Landtag. Nun müssen die Grünen und die CDU entscheiden, ob sie ihre Koalition fortsetzen oder nach alternativen Lösungen suchen. Müllers Äußerungen erhöhen den Druck, doch die klare Absage der CDU an die AfD verengt die verbleibenden Handlungsmöglichkeiten.