Studie enthüllt: Fast die Hälfte der Jugendlichen erlebt digitale sexualisierte Gewalt
Ella HuberStudie enthüllt: Fast die Hälfte der Jugendlichen erlebt digitale sexualisierte Gewalt
Eine aktuelle Studie hat besorgniserregende Ausmaße digitaler sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen offenbart. Im Jahr 2025 gaben fast die Hälfte aller Minderjährigen an, bereits Online-Missbrauch erlebt zu haben – jeder Vierte war von Cyber-Grooming betroffen. Gleichzeitig setzen Schulen mit Aufklärungsarbeit und offenen Gesprächen auf Prävention, um das Problem einzudämmen.
Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit führte eine Sonderauswertung der Jugendsexualitätsstudie durch und deckte dabei hohe Raten sexualisierter Online-Gewalt auf. Die Ergebnisse zeigen: 64 Prozent der jungen Menschen waren bereits mit nicht-körperlicher sexualisierter Gewalt konfrontiert – meist im digitalen Raum. Beim Cyber-Grooming, bei dem Täter gezielt über Chats Kinder und Jugendliche ansprechen, war jeder vierte Minderjährige betroffen.
Als Reaktion leitete Yasmina Ramdani in Thüringen Präventionsworkshops an Schulen. Das vom Landesbeauftragten für den Kinderschutz geförderte Projekt erreichte in drei Jahren rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Ramdani setzte dabei auf einen spielerischen Ansatz mit Bingokarten, um Gespräche über digitale Grenzen und Risiken anzuregen.
Die Studie machte zudem deutlich, dass viele Übergriffe im vertrauten Umfeld stattfinden – etwa in Freundeskreisen oder Klassenchats. Zwar werden Aufklärungskampagnen und elterliche Begleitung betont, doch seit 2020 gab es keine spezifischen nationalen Gesetze oder Strategien, um das Problem strukturell anzugehen.
Die Workshops in Thüringen boten zwar tausenden Jugendlichen direkte Unterstützung, doch die hohe Verbreitung digitaler sexualisierter Gewalt bleibt alarmierend. Ohne übergreifende politische Maßnahmen stützen sich Präventionsbemühungen weiterhin vor allem auf lokale Initiativen und Bildungsprogramme.






