06 May 2026, 12:01

Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU zeigt tiefe Risse

Karte von Deutschland, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 nach Bundesländern zeigt, wobei die Bundesländer rot und blau markiert sind und der Text die Namen der Kandidaten und das Datum der Wahl angibt.

Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU zeigt tiefe Risse

Jens Spahn hat sich mit 86,5 Prozent der Stimmen eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert. Das Ergebnis offenbart jedoch anhaltende Unzufriedenheit in der Partei, da sich fast jeder fünfte Abgeordnete entweder gegen ihn aussprach oder der Stimme enthielt.

Bei der Wiederwahl stimmten 167 von 196 abgegebenen Stimmen für Spahn, während 26 Parlamentarier gegen ihn votierten und drei sich enthielten. Zwar bestätigt das Ergebnis seine fortgesetzte Führung, doch es deutet auch auf eine tiefere Verunsicherung im Lager der Union hin – besonders vor dem Hintergrund, dass die Partei in Umfragen hinter der rechtsextremen AfD liegt.

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Die Kritik an Spahns Führung hat in den vergangenen Monaten zugenommen, nicht zuletzt wegen strategischer Fehltritte wie der gescheiterten Kanzlerkandidatur und der Rücknahme von Richterernennungen. Auch seine Amtszeit als Gesundheitsminister bleibt umstritten: Ihm werden leichtsinnige Maskenbeschaffungen vorgeworfen, die die Steuerzahler fast sechs Milliarden Euro kosteten.

Trotz der deutlichen Mehrheit ist das Votum eher als subtile Warnung denn als klare Abfuhr zu werten. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Reformunwillen viele in der Partei frustriert. Spahns nächste Herausforderung könnte darin bestehen, eine mögliche Vertrauensfrage zur Führung des Kanzlers zu steuern.

Spahns Wiederwahl festigt zwar seine Position, legt aber auch die Spaltungen innerhalb der CDU/CSU offen. Mit nur 80 Prozent Zustimmung der vollberechtigten Mitglieder unterstreicht das Ergebnis die anhaltenden Spannungen. Nun kommt es darauf an, wie er und Merz die Umfragekrise der Partei bewältigen.

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