07 May 2026, 00:01

Seniorenbeirat kritisiert 10-Euro-Gebühr für Gräfrather Marktfest als sozial ungerecht

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Stadtstraße mit Schildern und Transparenten, mit Bäumen, Gebäuden und Fahrzeugen auf beiden Seiten.

Seniorenbeirat kritisiert 10-Euro-Gebühr für Gräfrather Marktfest als sozial ungerecht

Der Solinger Seniorenbeirat hat die neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest scharf kritisiert. Die Gruppe argumentiert, dass die Kosten es älteren Bürgerinnen und Bürgern mit kleinen Renten erschweren, an der Veranstaltung teilzunehmen. Ihre Bedenken lenken den Blick auf grundsätzliche Fragen der Bezahlbarkeit und des Zugangs zu lokalen Events.

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Die Arbeitsgemeinschaft „Altersarmut“ des Seniorenbeirats hat sich besonders gegen die Gebühr ausgesprochen. Sie weist darauf hin, dass von den 10 Euro lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – für viele Senioren bleibt der Besuch damit kaum finanzierbar. Wer alleinlebt und nur über ein geringes Einkommen verfügt, für den bringt selbst diese kleine Rückerstattung kaum Entlastung.

Die Festveranstalter rechtfertigen die Gebühr mit gestiegenen Sicherheitskosten. Kritiker hinterfragen jedoch, ob diese Ausgaben auf die Besucher abgewälzt werden sollten – insbesondere auf ältere Menschen. Der Beirat warnt, dass der hohe Preis viele Senioren ausschließen könnte und aus einer einstigen Gemeinschaftsveranstaltung ein Event macht, das sich nicht alle leisten können.

Doch das Problem geht über die unmittelbaren Kosten hinaus. Die Altersarmut in Solingen nimmt zu, immer mehr ältere Menschen müssen mit knappen Budgets auskommen. Das Marktfest war lange ein Ort der Begegnung – diese Funktion droht nun durch die neue Gebühr geschwächt zu werden. Der Beirat fordert daher fairere Lösungen, etwa gestaffelte Preise, Seniorenrabatte oder zusätzliche städtische Zuschüsse.

Auch der einzige kostenlose Familientag am Sonntag reicht aus ihrer Sicht nicht aus. Ältere Menschen, die alleinleben, sollten während des gesamten Festes Zugang haben – nicht nur an einem Tag. Ohne Änderungen droht die Veranstaltung ihren Charakter als inklusiver Treffpunkt für alle zu verlieren.

Die Debatte um das Gräfrather Marktfest spiegelt grundsätzliche Sorgen um die Bezahlbarkeit des Gemeinschaftslebens wider. Bleiben die Gebühren hoch, könnten viele Senioren künftig ausgeschlossen bleiben. Der Appell des Beirats setzt die Veranstalter und die Stadt unter Druck, einen Ausgleich zwischen Kosten und Zugänglichkeit zu finden.

Quelle