25 April 2026, 20:02

Protestbündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius in Kreuzberg formiert sich

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Protestbündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius in Kreuzberg formiert sich

Bündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius in Berlin-Kreuzberg gestartet

In Berlins Bezirk Kreuzberg hat sich ein Protestbündnis gegen die rechtsextreme Plattform Nius formiert. Rund 250 Menschen nahmen an einer Informationsveranstaltung im Dragonerareal-Komplex teil und füllten den Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz. Ziel der Zusammenkunft war es, dem Einfluss von Nius entgegenzuwirken, das Kritiker als Propagandaorgan beschreiben, das gezielt Spaltung schürt.

Antifaschistische Aktivist:innen hatten die Veranstaltung organisiert, um die Methoden von Nius zu entlarven. Sie bezeichnen die Plattform als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel". Redner:innen warfen Nius vor, Angriffe auf marginalisierte Gruppen als Journalismus zu tarnen und gleichzeitig Klischees zu verbreiten. Viele Teilnehmer:innen berichteten, nach Kampagnen von Nius gegen sie schwere Online-Angriffe erlebt zu haben – darunter Vergewaltigungs- und Todesdrohungen.

Vor der Veranstaltung hatten die Organisator:innen befürchtet, dass Provokateur:innen – möglicherweise auch Mitarbeiter:innen von Nius – versuchen könnten, die Abläufe zu stören. Trotz dieser Sorgen verlief der Start des Protestbündnisses ohne Zwischenfälle. Unterdessen ist für die Ritterstraße in Kreuzberg, wo Nius seinen Sitz hat, eine separate Kundgebung geplant.

Nius selbst inszeniert sich aggressiv als Opfer einer angeblich "linksextremen" und "steuerfinanzierten" Opposition. Doch sein tatsächlicher Einfluss bleibt begrenzt: Die Plattform schafft es nicht unter die Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Finanziert wird Nius vom Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze unterhält.

Eine Analyse der Strategien von Nius unter Chefredakteur Julian Reichelt deutet darauf hin, dass die Plattform gezielt die öffentliche Debatte nach rechts verschiebt. Indem sie rechtsextreme Diskurse verstärkt, wirkt sie wie ein Brandbeschleuniger für extremistische Rhetorik, so Forscher:innen.

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Der erfolgreiche Start des Protestbündnisses markiert einen koordinierten Widerstand gegen die Aktivitäten von Nius in Berlin. Mit 250 Teilnehmenden in Kreuzberg haben die Organisator:innen deutlich gemacht, dass die Ablehnung der Plattform wächst. Weitere Demonstrationen sind zu erwarten, während sich der Widerstand gegen ihre rechtsextreme Botschaften weiter formiert.

Quelle